Die siebenköpfige Männereinsatztruppe der Monuments Men wird gespielt von George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Hugh Bonneville sowie Bob Balaban. Ein genialer Cast, oder? Und dann diese coole, frische Kriegsgeschichte für einen Hollywood-Blockbuster, der von Clooney selbst inszeniert wurde. Was auf dem Papier nach einem Megahit ausschaut, ist zur Kinoveröffentlichung von vielen Kritikern allerdings übel torpediert worden. Wir haben uns deshalb selbst ein Bild von den Kunstschützern des Zweiten Weltkriegs gemacht und sagen euch, ob dieses Action-Drama einen Kinobesuch rechtfertigt.

Darum geht’s:

Das Action-Drama basiert auf einer wahren Geschichte, in der eine Sondereinheit während des Zweiten Weltkriegs von den Alliierten beauftragt wird, die größten Meisterwerke der Kunst aus den Händen der Nationalsozialisten zu befreien und an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. Es ist eine schier unmögliche Mission: Die Kunstwerke befinden sich hinter feindlichen Linien und die Wehrmacht hat den strikten Befehl, alles zu zerstören, sollte das Dritte Reich untergehen. Wie kann die Gruppe von sieben Museumsdirektoren, Kuratoren und Kunsthistorikern, die sich eher mit Michelangelo als mit einem M-1 Karabiner auskennen, überhaupt auf Erfolg hoffen? In einem Wettlauf gegen die Zeit sind die Monuments Men, wie sie genannt wurden, bereit, ihr Leben zu riskieren, um jahrhundertealte Kultur vor der Vernichtung zu bewahren und die Meisterwerke zu beschützen und zu verteidigen.

Das ist gut:

Was man Clooney positiv attestieren kann, ist der Mut. Die Entschlossenheit ein verhältnismäßig wenig bekanntes historisches Thema des Zweiten Weltkriegs aufzugreifen. Die Geschichte ist daher schon eine überaus interessante. Dazu diese herrlich gegensätzliche All-Star-Besetzung, die im Film auch prächtig harmoniert, aber auch in Solo- oder Duoparts aufgrund der unterschiedlichen Charaktere für ein Schmunzeln sorgt. „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“ hat definitiv einiges an historischer Atmosphäre aufzuweisen, es gibt spannende Abschnitte und am Ende sehr viel Hollywood-Unterhaltung. Das liegt vor allem daran, dass Clooney ein recht ernstes Kriegsthema überzeichnet und dem Film durch einen humorigen Touch eine gewisse Skurrilität verleiht. So artet das historische Action-Drama immer wieder in eine Art Buddy-Komödie aus.

Das ist schlecht:

Eine Buddy-Komödie wäre gar nicht so schlimm. Aber ist dieser Stil wirklich das Wahre, um diese wahren, hochdramatischen Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs zu erzählen? In Hollywood geht natürlich alles, aber dann doch bitte mit mehr Tiefgang. Und das sagen wir, obwohl der Streifen schon 120 Minuten an Spielzeit auf die Uhr bringt. Während der Spaß und der Herzschlaganteil recht hoch sind, so schneidet sich Clooney beim Versuch, die einzelnen Handlungsstränge harmonisch miteinander zu vereinen, ins eigene Fleisch. Die Szenensprünge sorgen einfach für zu viel Unruhe und reißen die einzelnen Geschichten bedauerlicherweise nur an. Feinfühlige Dramaturgie schaut wahrlich anders aus.

„Monuments Men“ hat sich mit seiner Startterminverschiebung wissentlich um de Oscars gedrückt, wohl mit dem Wissen, nur ein Genrefilm zu sein. Aber insgeheim auch mit der Vorahnung, keine Chancen um den goldenen Jungen zu haben. Am Ende ist Clooney trotz dramaturgischer Schwächen sowie etwas zu wenig historischer Tiefe eine leichte, aber unterhaltsame und amüsante Weltkriegs-Komödie gelungen. Doch mit diesem Thema zur Grundlage wäre mit einer anderen Gangart so viel mehr dringewesen. Schade! Für einen vergnüglichen Männerabend taugt der Besuch bei den Monuments Men ohne Frage, aber man sollte auch nicht zu viel erwarten.