Robert Rodriguez („From Dusk Till Dawn“, „Sin City“) ist wieder am Start und schickt den Zuschauer in ein zweites Grindhouse-Blutbad. Im Vergleich zum Vorgänger schaltet Rodriguez keinen Gang runter, findet jedoch auch keinen Höheren. Danny Trejo hingegen macht als Machete einmal mehr eine gute Figur und kann einen noch illusteren Cast um sich scharen. Ein echter Anti-Weihnachtsfilm, der so gar keine Gefangenen macht. Großes Grindhouse-Kino also? Das haben wir versucht herauszufinden, indem wir uns Machete angeschlossen haben, um ein wenig mit der Atombombe zu spielen.

Darum geht’s:

Im zweiten Teil der „Machete“-Trilogie geht es selbstverständlich genau so hart und schwarzhumorig zur Sache, wie zuvor. Immer noch in Trauer um seine geliebte Sartana (Jessica Alba), nimmt Machete (Danny Trejo) eine schier unlösbare Mission an, den durchgedrehten Kartellboss Mendez the Madman (Demiàn Bichir) ins Nirvana zu schießen.
Sein Auftraggeber ist kein Geringerer als der US-Präsident höchstpersönlich, gespielt von Carlos Estevez aka Charlie Sheen. Mendez droht den USA mit einem Atomschlag. Der Clou: Der Raketenzünder ist verbunden mit dem Herzschlag des Kartelloberhauptes. Da kommt plötzlich der bizarre Waffendealer Luther Voz (Mel Gibson) ins Spiel, der seine ganz eigenen Pläne mit der Schreckenswaffe hat. So gibt es abermals eine heiße Jagd quer durch Mexiko, in der Machete, umringt von hübschen Frauen, exorbitant blutig alles niedermetzelt, was ihm in die Quere kommt.

Das ist gut:

Action und Spektakel sind im zweiten Teil quasi in jeder Szene omnipräsent. Hier gibt es fast keine Zeit für Atempausen, sondern ein splattriges Feuerwerk mit Blutfontänen, brutalen Tötungssequenzen und bitterbösem schwarzen Humor. Das Ganze ist so abgedreht, dass einem dabei fast schwindelig wird. Was aber diesen Film ausmacht, ist die Wahl der Hollywood-Stars und Sternchen in den Haupt- und Nebenrollen, die Rodriguez Danny Trejo hier zur Seite stellt. Da ist eine Rolle bekloppter als die andere: Mel Gibson ist herrlich durchgeknallt, dann der Superkiller Chamäleon, der mit Walton Goggins, Cuba Gooding Jr., Lady Gaga und Antonio Banderas von gleich vier Schauspielern verkörpert wird. Und dann natürlich Carlos Estevez, der superschmierige Chauvi, der selbst einen Sheen in „Two and a Half Men“ in den Schatten stellt. Ach, und die Garde an sexy Hollywood-Hotties, allen voran Amber Heard in ihrer 3D-Nacktszene, die wirklich nur mit 3D-Brille zu sehen ist. Ohne gibt es lediglich ein rotgrünes Geschmiere zu sehen.

Das ist schlecht:

Menschen, die mit dem Hang zur Übertreibung so gar nichts anzufangen wissen, werden bei diesem Streifen schreiend aus dem Kino rennen. Und das schon nach den ersten 15 Minuten. Rodriguez selbst kann man eigentlich nur vorwerfen, dass es nicht viel Neues gibt. Weniger ist manchmal mehr, auch das hätte diesem Streifen den finalen Schliff gegeben. Aber das ist meckern auf hohem Grindhouse-Niveau.

Blutig, blutiger, „Machete Kills“. Ja, dieser Streifen trifft direkt ins Gesicht und das mit Anlauf und Nachhall. Der Film ist vor allem, was die Schauspieler betrifft, noch einen Tick abgefahrener als der Vorgänger. Das macht wirklich Spaß, auch wenn es eine Gewaltorgie ohne viel Verstand ist. Aber hey, Grindhouse will auch nichts anderes sein – und so werden Fans des Genres total mitgerissen. Dazu der schwarze Humor und seine politisch unkorrekte Art. Was will man mehr? Nicht viel, nur dass am Ende einfach die Überraschungen fehlen. Aber das ist durchaus zu verschmerzen, wenn man sich zügellose, groteske Action geben will. Unser Anti-Weihnachtsfilm für harte Hunde!