Wer auf eine humorvolle, aber sehr feinfühlige Komödie wie zum Beispiel „Ziemlich beste Freunde“ aus ist, kann an dieser Stelle direkt aufhören weiterzulesen. Für alle anderen gibt es mit dem Starquartett Michael Douglas, Robert De Niro, Morgan Freeman und Kevin Kline einen ausufernden Junggesellenabschied in Las Vegas, bei dem garantiert kein Rentner-Bingo gespielt wird. Wir haben uns in den Streifen von Regisseur Jon Turteltaub begeben, der bereits Filme wie „Cool Runnings“ oder „Das Vermächtnis der Tempelritter“ drehte, und der Altherren-Gang beim lüsternen Feiern zuzusehen.

Darum geht’s:

60 Jahre sind eine stolze Zeit – 60 Jahre wahre Männerfreundschaft. Das zeichnet die Vierertruppe um Billy (Michael Douglas), Paddy (Robert De Niro), Sam (Kevin Kline) und Archie (Morgan Freeman) aus. Billy ist der Einzige von ihnen, der noch nie verheiratet war. Das will er trotz seines gereiften Alters nun ändern – und zwar in Form einer Heirat mit der blutjungen Lisa (Bre Blair). Doch bevor es für ihn in den Hafen der Ehe geht, will er noch mal so richtig die Sau raus lassen. Daher lädt er seine drei Kumpels nach Las Vegas ein, um gemeinsam seinen Junggesellenabschied zu feiern. Natürlich läuft der ganze Altherrenspaß nicht so wie ausgemalt. Zum einen ist Vegas anders, als sie es Erinnerung hatten, der griesgrämige Paddy ist nicht der beste Partylöwe und dann ist da ja noch Barsängerin Diana (Mary Steenburgen), um die Billy und Paddy buhlen. Als dann noch der Alkohol zum Junggesellenabschied geladen wird, ist das Chaos nicht mehr weit. Denn die Stadt der Sünde, des Glücksspiels, des Sex und junger Mädels hat das Rentnerquartett in ihre Arme geschlossen!

Das ist gut:

„Last Vegas“ vorrangige Stärken sind zotiger Humor, dreckige Gags und saulustige, zum Schreien komische Sprüche. Das Quartett bewegt sich dabei nicht auf hohem Komikniveau, was aber in Ordnung ist, da sich alle Darsteller quasi selbst parodieren und natürlich auch ihr eigenes Alter auf die Schippe nehmen. Das kommt ziemlich gelungen rüber und macht einfach nur Spaß. De Niro, Douglas, Freeman und Kline nehmen sich in diesem Streifen alle Freiheiten, um komplett und zügellos auszubrechen. Dabei harmonieren die vier total unterschiedlichen Charaktere prächtig miteinander. Das gefällt, womit letzten Endes das erreicht wird, was angedacht ist – eine lockere Komödie zu inszenieren, die das Alter mit all seinen Facetten karikiert.

Das ist schlecht:

Die Schwächen des Films liegen eher in seiner Vorhersehbarkeit, an mangelnder Eigenständigkeit, seiner Allmacht an Klischees und dem einen oder anderen Ideenklau. Denn der Plot ist im Gegensatz zur Seniorenriege schon sehr faltenlos. Auch dass die Gags der alten Herren ab und an sehr kindisch wirken, kann störend sein. Gleiches gilt für den phasenweise derben Humor.

Böse Stimmen behaupten, dass es so renommierte Schauspielstars nicht nötig haben, sich für solch einen Streifen herzugeben. Wir sagen: oh doch! Denn alle vier Hauptdarsteller waren sichtlich mit voller Hingabe und Spaß bei der Sache und deswegen kauft man es ihnen auch vollends ab. Man kann zudem sicherlich darüber diskutieren, ob der eine oder andere Gag nah an der Fremdschamgrenze nötig gewesen wäre. Es gibt aber auch rührende Szenen mit etwas Melancholie, es gibt Kitsch, Exzesse, viel nackte Haut und ein Altherren-Ensemble, das reichlich Frohsinn und Gags garantiert. Alles in allem ist es ein überaus heiterer Film, der mit Wortwitzen um sich wirft wie eine bessere, männliche Version von „Sex and the City“. Zwischen billigem Klamauk und Rentner-Männerkomödie steht eines definitiv mal fest – was in Vegas passiert, bleibt in Vegas! Filmtipp für einen kurzweiligen Männerabend!