Wenn die jungen Leute heute von „Netflix & Chill“ reden, meinen sie das, was früher unter „Freunde mit gewissen Vorzügen“ bekannt war. „Netflix & Bake“ betreiben andere, frönen ihren Lieblingsserien gerne bekifft. Doch eine Auswahl an Grassorten, die zur Serie passt, hochoffiziell vom Streaming-Dienst Höchstselbst auf den Markt gebracht? Das muss ein Scherz sein. Ein Internet-Hoax? Mitnichten: Genau das hat Netflix getan.

Satte zehn Cannabissorten hat der Anbieter zusammengestellt („The Netflix Collection“), die die Namen beliebter Formate tragen: etwa 'Orange is the new Black' oder 'Arrested Development'. Der Clou an den Varianten: Sie sollen die Stimmungslage je nach Mischung derart beeinflussen, dass sie den Ton der jeweiligen Serie unterstützt. Denn bei Cannabis unterscheidet man grob zwischen zwei Wirkweisen: Indica-Sorten wirken eher beruhigend und machen träge, Sativa-Versionen regen eher das Denken an.

So wurden lustigen Serien Indica-Varianten zugedacht, um den Spaß an der Sache zu steigern, während auf Netflix‘ Drama-Formate Sativa-Gras gemünzt wurde, um düstere, grübelnde Stimmungen zu verstärken. Wer annimmt, diese Aktion stelle den Einstieg des Streamingdienstes in den florierenden US-amerikanischen Markt für legales Cannabis dar, irrt: Natürlich handelt es sich bei dem Ganzen um eine Werbeidee, die nicht nur Netflix ins Gespräch bringen soll, sondern auch deren kommendes Format: 'Disjointed'.

Die von Chuck Lorre ('Big Bang Theory', 'Two and a half Men') konzipierte Kiffer-Comedy dreht sich um eine Apothekerin (Kathy Bates) und ihre Filiale in L. A., in der medizinisches Gras angeboten wird. Gleich drei Grassorten der „Collection“ widmete der Dienst darum seiner Show. Und zwar logischerweise nur in L. A.: Wer dort eine „Medical Marijuana Card“ besitzt und auf Gras angewiesen ist, konnte das Netflix-Cannabis dort eine Zeitlang käuflich erwerben. Ein PR-Stunt, der den Anbieter noch lange ins Gespräch bringen dürfte.

Quelle: welt.de