Regisseur Levan Gabriadze sowie Produzent Timur Bekmambetov ('Wanted') haben nicht lange ge-braucht, diesen Horrorstreifen mit geringen Mitteln fertigzustellen. Genau 16 Tage dauerte der Dreh, dann war der Schocker im 'Blair Witch Project'-Stil im Kasten. Rausgekommen ist ein Horror-Thriller mit aktuellem Themenbezug. Es geht um den Social-Media-Wahn, das ständige Onlinesein und die Gefahren, die sich dahinter verbergen. Intelligent verfilmt, sollen nun ein paar Teens vor dem PC die Opferlämmer spielen. Ob der Mockumentary-Spaß am Ende so bockt und schockt wie berühmte Genrekollegen, verraten wir euch in unserer Kinokritik zum unbekannten User.

Darum geht’s:
Die Story ist eigentlich ganz simpel. Die junge Laura hat sich vor einem Jahr das Leben genommen. Nun ist Lauras Todestag gekommen, an dem sechs ihrer Freunde sich ihrer erinnern wollen. Dazu treffen sie sich nicht persönlich, sondern verabreden sich online über Skype zu einer Gesprächsrun-de. Während sie da so vor ihren PCs sitzen und reden, klinkt sich eine unbekannte siebte Person ein. Das Gruslige – mit dem Konto der verstorbenen Laura. Doch es kommt noch dicker. Die Person droht dem Sextett: Wer den Chat zu verlassen versucht, stirbt. Auch wer die Wahrheit über die Ereignisse zu Tod Lauras verschweigt, geht drauf. Und wer gar nicht erst redet, kommt ebenfalls zu Tode. Ist es die von den Toten auferstandene Laura, die nun Rache üben will, ein übler Streich oder ein perverser Killer?



Das ist gut:
Man muss den Machern hier wirklich Respekt aussprechen. Dafür, dass sie mit geringsten Mitteln und ohne exorbitantem Millionenbudget, einen Horror-Thriller erschaffen haben, der überzeugt. Das ist mittlerweile gar nicht mehr so einfach in einem so überlaufenden Found-Footage-Genre mit Mit-telmaß im Überfluss. 'Unknown User' macht jedoch vieles richtig. Es ist bemerkenswert, wie man mit sechs Personen vor dem PC und einer Unbekannten, langsam die Spannung aufbaut. Vor allem wächst von Minute zu Minute das unbehagliche Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Das wird Horror-Fans erfreuen und vor allem bei der Stange halten. Auch den Fokus nur auf die Personen via Computerbildschirm zu legen und darin einen Cyber-Albtraum allererste Güte zu veranstalten, gefällt.

Das ist schlecht:
Wer einen langen Spannungsaufbau favorisiert, wird in 'Unknown User' bestens bedient. Wer aber lieber sieht, wie es direkt zur Sache geht, wir hier definitiv etwas zu mäkeln haben. Was ebenso miss-fallen könnte, ist der eine oder andere Darsteller. Sie machen zwar einen ordentlichen Job, aber et-was mehr Ausstrahlung und Charakter hätte den Figuren nicht geschadet.

Fazit: 'Unknown User' ist ein Horror-Thriller/Cyber-Slasher mit einer erfrischenden Machart, der neben einige überraschenden Wendungen auch nette Schockmomente zu bieten hat. Vor allem aber sind es die unheilvolle Stimmung sowie Spannung, die langsam aufgebaut werden und dem Film seine Triebkraft verleihen. Sicherlich findet man einige Kritikpunkte, wie die geringe Strahl-kraft der Figuren. Doch am Ende bekommt man das, was draufsteht – nämlich spannende 85 Minu-ten Found-Footage-Horror, der Fans des Genres im Kino prächtig unterhalten wird.