Ein neuer Horrorfilm, im Found-Footage-Stil gedreht – muss das wirklich sein? Ja, es muss, zumindest wenn man auf 'The Visit' schaut, der nun in den Kinos zu sehen ist. Es ist der erste Found-Footage-Film von Regisseur M. Night Shyamalan, der zuvor mit Werken wie 'The Sixth Sense', 'Signs' oder 'After Earth' Aufmerksamkeit erregte. Vor allem ist sein neuer Streifen um den schaurigen Besuch bei den Großeltern kein herkömmlicher Horror, sondern ein schauriges Ereignis, dem man Komödien- und Thrillerelemente beigemengt hat. Wir verraten euch, wieso ihr unbedingt den Trip zu Oma und Opa nicht verpassen dürft!

Darum geht’s:

Rebecca (Olivia De Jonge) und Tyler (Ed Oxenbould) sind Geschwister, die unterwegs sind nach Pennsylvania zu ihren Großeltern. Ihre Mutter macht nämlich ohne Kinder Urlaub, weshalb nun Oma und Opa auf die beiden aufpassen sollen. Als die beiden Kinder auf der abgelegenen Farm ankommen, freuen sich Rebecca und Tyler riesig auf ihren einwöchigen Aufenthalt. Alles verläuft am Anfang superharmonisch, nur dass Großvater die Kinder warnt, ab halb zehn abends ihre Zimmer nicht mehr zu verlassen. Komisch … – ist aber so und die beiden denken sich nichts dabei. Eines Abends werden die Kinder jedoch von unheimlichen Geräuschen geweckt, worauf sie mitten in der Sperrstunde ihre Zimmer verlassen. Wer nicht hört, muss fühlen und das nimmt im Verlauf grausige Züge an, als Opa sowie Oma zu einer echten Gefahr werden.

Das ist gut:

Gut, der Plot ist im ersten Moment etwas schräg für einen Horrorfilm, aber vertraut uns: In den 94 Minuten des Film bekommt ihr die volle Breitseite an Grusel, Terror, Thrill und reichlich Komik. Nicht zu vergessen sind die wirklich coolen Twists, die für Spannung aber auch knackige Unterhaltung sorgen. Besonders die beiden Jungdarsteller mit ihren trashigen Kameraaufnahmen bringen jede Menge Witz ins Großeltern- vs. Kinder-Szenario. Wobei die vielen Anspielungen auf Spukhaus, Slasher- und böse Märchenhexen-Klassiker ebenfalls ziemlich kultig in den Film eingebaut wurden. Sowohl der Grusel- als auch der Horroranteil kommt dabei ebenfalls nicht zu kurz und all das in Kombination ergibt einen frischen, aber wirklich irren Mix, der richtig Spaß macht.

Das ist schlecht:

Gefährlich wird es, wenn man ins Kino geht und mit 'The Visit' einen Horrorschocker erwartet. Denn das ist der Film beileibe nicht, trotz der Grusel- sowie Horror-Elemente. Wer einen Horrortrip Marke 'Conjuring – Die Heimsuchung' oder einen blutrünstigen Slasher sehen will, ist hier definitiv falsch gewickelt.

Fazit: Found-Footage-Gruselkomödie trifft auf Horrorthriller und das passt überraschend gut zusammen. 'The Visit' ist eine herrliche Mischung, die dem sonst so angestaubten Found-Footage-Sektor neues Leben einflößt. Zudem geht ein Kompliment an M. Night Shyamalan, der hier mit coolen Twists aufwartet und es schafft, einen irren, aber keinen wirren Film abzuliefern. Auch Stimmen, die dem Film ein „Weder Fisch noch Fleisch“ anhängen wollen, stehen schnell alleine da. Denn dieser Horror-Spaßmacher rockt und sollte jedem Kinobesucher, der weiß, worauf er sich einlässt, jede Menge Kurzweil sowie Spannung bieten. Deshalb: Packt die Koffer, es geht zu Oma und Opa!