Im Kino gibt es in dieser Woche einen neuen Horror-Thriller zu sehen. Genauer gesagt „The Silence“ mit Stanley Tucci und Kiernan Shipka in de Hauptrollen. Auf euch kommt hiermit einmal mehr ein Horror-Trip zu, in dem es gilt, leise zu sein. Okay, da war doch was? Genau, der Überraschungserfolg „A Quiet Place“ mit Emily Blunt aus dem letzten Jahr. Auch wenn hier einige Parallelen bestehen, will „The Silence“ am Ende sein ganz eigenes Ding drehen. Ob es dem Streifen gelungen ist, haben wir versucht für euch herauszufinden, und sind auf leisen Sohlen ins Kino geschlichen.

Darum geht’s:

Als eine archäologische Expedition in einem unzugänglichen Höhlensystem in Nordamerika eine bislang unbekannte Parasitenart entdeckt, ahnt noch niemand, wie gefährlich diese „Wespe“ genannte Spezies tatsächlich ist. Doch einmal freigesetzt, mutieren und vermehren sich diese Urzeitmonster nicht nur, sondern greifen bald auch Menschen an. Ihre Opfer finden sie dank ihres feinen Gehörs:

Schon das kleinste Geräusch lockt eine Unzahl von ihnen an. Die einst so laute Welt verstummt. Die gehörlose Ally und ihre Familie ziehen sich in die Wälder zurück, denn überleben lässt sich nur noch in völliger Stille. Gefahr geht aber auch von anderen Menschen aus, wie die Familie bald erfahren muss: Im rücksichtslosen Überlebenskampf ist jedes Geräusch ein potentielles Todesurteil. Und dann kreuzt eine bedrohliche Sekte ihren Weg, die es ausgerechnet auf Ally abgesehen hat…

Das ist gut/Das ist schlecht:

Nach rund anderthalb Stunden ist der Lautlos-Monster-Horror-Thrill vorbei und man kommt einfach nicht drum herum, sich immer wieder an „A Quiet Place“ erinnert zu fühlen. Es gibt im Streifen einfach viele Parallelen. Auf der anderen Seite macht „The Silence“ seine Sache überaus gut spannend und mit einer tollen Düsteratmosphäre bei der Stange zu halten.

Auch die Tatsache, dass hier die Wespenkreaturen als direkte Bedrohung wahrgenommen werden, als ein mysteriös-pirschendes, unbekanntes Grauen, funktioniert gut. Zudem gefällt, dass der Film auch das menschliche Böse mit einbaut in solch einer unwirklichen Welt. Somit macht der lautlose Überlebenskampf wirklich Laune. Auch die Umsetzung der gleichnamigen Romanvorlage von Tim Lebbons ist John R. Leonetti („Wish Upon“, „Annabelle“) gut gelungen.

Zudem macht die Jungschauspielerin Kiernan Shipka eine gute Figur neben dem alten Hollywood-Hasen Stanley Tucci. Allerdings hat der Streifen auch ein paar scharfkantige Ecken mit teilweise recht verwirrenden Handlungssträngen und einigen Logiklöchern. Obendrauf kommt noch ein ziemlich kitschiges Ende, das man so stehenlassen kann, man sich aber in der Form nicht unbedingt gewünscht hat.

Fazit: Okay „The Silence“ wird nie und nimmer einen Innovationspreis gewinnen und auch sicher nicht den Erfolg haben, den „A Quiet Place“ einheimste. Dafür hat der Streifen zu viele Ecken und einen zu ähnlichen Plot. Aber Genrefans dürften dennoch gut unterhalten werden, denn als Horror-Thriller zu Coke und Popcorn hat der Film einige starke Momente und einen gut aufspielenden Cast, die den Abend im Kino rechtfertigen. Man sollte nur nicht mit zu hohen Erwartungen an „The Silence“ treten.