Was hat es nicht schon alles für tolle Schauplätze in Horrorfilmen gegeben. Aber hey, Grusel in einer Leichenhalle, damit wusste bereits „Nightwatch – Nachtwache“ schaurig zu unterhalten. Nun kommt mit „The Possession of Hannah Grace“ ein Film in die Kinos, der neben dem Leichenhallen-Horror auch noch Dämonen-/Exorzisten-Schrecken einbaut. Eine sehr vielversprechende Mischung aus dem Hause Sony Studios, die bereits mit „Don’t Breathe“ gezeigt haben, wie innovativer Horror geht. Wir haben uns in die Leichenhalle gewagt und erzählen euch, was euch dort zu erwarten hat.

Darum geht’s:

Alles dreht sich um die junge Ex-Polizistin Megan Reed. Nach einem Zwischenfall bei einem Einsatz findet sie einen neuen Job – in einer Leichenhalle. Für die einen ein wahrer Albtraum, für Megan eine willkommene Abwechslung. Allerdings hätte sie sich die Arbeit mit den Toten sicherlich anders vorgestellt. Während einer ihrer Nachtschichten wird die entstellte Leiche einer jungen Frau eingeliefert.

Mit ihr beginnt dann auch der Horrortrip für Megan, denn bei der Toten handelt es sich um Hannah Grace – das Opfer eines fehlgeschlagenen Exorzismus. Die gute Hannah ist tot, allerdings tobt ihn ihr immer noch die diabolische Kraft – und die hat es auf Megan abgesehen.

Das ist gut/Das ist schlecht:

„The Possession of Hannah Grace“ bietet eine wunderbare Mischung aus Leichenhallen-Grusel und bestem Dämonen-Horror, was zusammen in einem starken Schocker mündet. Für Horror-Fans ist gerade diese Kombi ohnehin eine gerngesehene, auch wenn es in Teilen ein ziemlich ausgelutschtes Horror-Subgenre ist. Was „The Possession of Hannah Grace“ jedoch sehr gut versteht, ist, die beklemmende, bedrohliche Atmosphäre einer solchen Situation auf die Leinwand zu hieven.

Sicher, der Film spielt mit einigen Genreklischees und atmet bezüglich des Tempos zur Mitte des Films hin etwas durch, aber insgesamt bekommt man fesselnd-teuflische Horrorkost. Gerade beim Finale legt der Streifen dann noch mal richtig zu in Bezug auf den dämonischen Terror, sodass man hier unterm Strich einen unterhaltsamen, spannenden und herrlich schaurigen Genrevertreter zu sehen bekommt.

Was ebenso gefällt, sind die pointierten Effekte, die einige Gänsehautmomente aufkommen lassen. Der tolle Score reißt ebenfalls mit. Zu guter Letzt haben wir noch eine überzeugende Shay Mitchell („Pretty Little Liars“) in der Hauptrolle.

Fazit: Keine Frage, „The Possession of Hannah Grace“ erfindet das Rad des Horrorfilms nicht neu, kombiniert aber Exorzismus, Dämonen und Leichenhallen-Terror auf eine höchst stimmige Art und Weise. Da kocht die Angst hoch, der Unterhaltungspegel ist am Anschlag und die bedrohliche Atmosphäre setzt den Deckel drauf. Wer das Genre liebt oder einfach so Bock auf Horror-Kino hat, wird mit diesem Streifen definitiv glücklich.