Vin Diesel stürmt wieder die Kinos, doch dieses Mal nicht mit einem typischen Actioner. Nein, sondern als unsterblicher Hexenjäger in einem waschechten Fantasy-Actionspektakel. Gedreht wurde der Blockbuster von Regisseur Breck Eisner ('The Crazies'), der sich einen guten Cast geangelt hat, aber dem Ganzen auch eine frische Story zugrunde legt. Beides in Kombination verspricht wuchtigen Kinospaß in einem ultimativen Krieg gegen die bösartigsten Hexen der Filmgeschichte. Ob diese Schlacht jedoch am Ende vor Begeisterung vom Kinosessel reißt, oder man das Geld lieber anderswo investieren sollte, verraten wir euch in unserer Filmkritik.

Darum geht’s:

Kaulder (Vin Diesel) ist seines Zeichens der letzte Hexenjäger der heutigen Welt. Unter den Menschen leben nämlich bösartige Hexen. Und die haben nichts anderes im Sinn, als den Schwarzen Tod über die Erde zu bringen. Bereits im Mittelalter wurden sie von den Hexenjägern bis aufs Blut bekämpft. Zu denen gehörte eben auch Kaulder, der damals sogar die Hexenkönigin (Julie Engelbrecht) besiegte. Diese belegte ihn daraufhin mit einem Fluch – der Unsterblichkeit. Ein echter Unsegen, wenn man bedenkt, dass das Überdauern von Familie und Freunden arg aufs Gemüt schlägt. Kaulder ist daher mittlerweile ein miesgelaunter Einzelgänger. Seine einzigen sozialen Bindungen hegt er zu Father Dolan (Michael Caine) und dessen Schüler (Elijah Wood). Das Trio entdeckt, dass die finsteren Zauberinnen wieder erstarken und sich daranmachen, ihre Königin wiederzubeleben. So müssen die Jäger zur Tat schreiten und erhalten überraschend Hilfe von der Hexe Chloe (Rose Leslie). Kaulder und Chloe bilden nun ein echt ungleiches Paar, das die Menschheit retten soll.

Das ist gut:

Regisseur Breck Eisner hat in 'The Last Witch Hunter' überaus vortrefflich verstanden, sowohl Fantasy als auch Action so zu verbinden, dass es alles andere als stupide Kost zu sehen gibt. Denn er haucht allem eine gute Portion Humor ein, aber scheut auch nicht vor tiefgängigeren Themen zurück, wie etwa der Frage nach der Vergänglichkeit. Ein kurzweiliger Streifen mit Hirn, der sich sogar die Zeit nimmt, um damalige Hexenprozesse anzuprangern. Was nicht bedeutet, dass wahre böse Hexen nicht ausgeschaltet gehören. Der Cast ist prächtig besetzt und neben Vin Diesel können Elijah Wood, Rose Leslie, Ólafur Darri Ólafsson, Julie Engelbrecht sowie Michael Caine glänzen. Richtig Spaß bereitet das ungleiche Duo von Hexenjäger und Hexe, die von Diesel sowie Leslie mit viel Witz, Situationskomik, aber auch Charakterstärke ausgestattet wurden. Ein Paar, mit dem man bis zum Ende mitfiebert. Großen Respekt gebührt am Schluss aber Vin Diesel, der zeigt, dass er nicht nur eindimensionale Rollen spielen kann. Ansonsten gibt es beste Action-Unterhaltung im Fantasygewand, bei der insbesondere die Special Effects grandios zünden.

Das ist schlecht:

Mal abgesehen von ein paar gezogenen Klischees gibt es eigentlich nichts zu bemängeln. Hier passt alles, solange man keine Actionstandardkost erwartet.

Fazit: 'The Last Witch Hunter' entpuppt sich überraschenderweise nicht als stumpfes Actionfeuerwerk. Der Film schafft es zeitweilig nämlich, etwas in die Tiefe zu gehen, ohne dabei Längen zu erzeugen. Natürlich bleibt es bestes Blockbuster-Kino, aber eben mit Hirn. Die Stärken liegen hier ganz klar bei der Besetzung. Insbesondere beim herrlich ungleichen Duo, das Vin Diesel und die rassige Rose Leslie brillant verkörpern. Obendrauf gibt es temporeiche Fantasy-Action, viel Düsterkeit und eine passende Dosis Humor. Somit steht einem unterhaltsamen Kinoabend mit einer kalten Coke und Popcorn nichts im Wege. Solange man es mit Hexen hält und Vin Diesel in einer genialen Rolle sehen will.