Es wurde mal wieder Zeit für einen gescheiten Psychothriller, wenn man sich die Kinolandschaft der letzten Monate anschaut. Genau auf dieser Schiene will nun Joel Edgerton mit seinem Langfilm-Regiedebüt fahren. Das mit einem verhältnismäßig geringen Budget, aber einem guten Cast mit Jason Bateman, Rebecca Hall sowie Edgerton als Bösewicht. Zudem verspricht der Plot zumindest auf dem Papier einiges an Nervenkitzel und Spannung. Wir haben uns diesen vielversprechenden Streifen angesehen und verraten euch, ob euch ein fesselnder Film aus dem Kinosessel haut oder euch nur ein laues Lüftchen um die Nase weht.

Darum geht’s:

Simon und Robyn sind verheiratet und führen ein wunderbares Leben in einem beschaulichen Eigenheim. So weit so schön, bis sie bei einem Einkauf auf Gordon treffen. Er ist ein alter Schulkamerad von Simon und so tauscht man alte Erinnerungen aus, trifft sich wieder und frischt die alte Jugendfreundschaft auf. Nach einem gemütlichen Abendessen wird Gordon jedoch zunehmend aufdringlicher. Von Tag zu Tag erscheint er daraufhin immer öfter unangemeldet, was dem Paar langsam auf den Zwirn geht. So gehen sie etwas mehr auf Distanz. Doch das macht die ganze Geschichte nur wesentlich schlimmer. Denn Gordon wird nicht nur unheimlicher und aggressiver, auch scheint da ein düsteres Geheimnis aus Simons Vergangenheit zu sein, für das Gordon nun Rache nehmen will. Die Heimsuchung für das Paar wird zunehmend zu einem echten Horrortrip.

Das ist gut:

Der Plot scheint auf den ersten Blick nichts anders zu sein als der eines typischen Home-Invasion-Schockers. Doch mit der Zeit entpuppt sich der Streifen als verdammt spannendes Suspensedrama mit jeder Menge Thrill. Auch der Tiefgang des Plots, der einen genialen Blick auf die Leichen im Keller dieser amerikanischen Hochglanzfamilien legt, ist toll in Szene gesetzt. Dieser Film ist weit mehr als ein Standardthriller, gefallen auch die vielen Hitchcock-Elemente, die hier einen bedrohlichen Streifen entstehen lassen. Vor allem fesselt der langsame Aufbau des vermeidlichen Freundes der Familie, da der Spannungsbogen sich immer weiter aufspannt und generell der Plot äußerst dynamisch erzählt wird. Das hält über 120 Minuten ohne Längen bei der Stange – das allein ist schon ein Lob wert. Dazu kommt, dass der Cast mit Jason Bateman, Rebecca Hall und Joel Edgerton wirklich perfekt besetzt wurde.

Das ist schlecht:

Wer hier blutige sowie brutale Home-Invasion mit einem irren Stalker erwartet, kann sich getrost den Weg ins Kino sparen. Denn dieser Film schlägt nicht in diese Kerbe, was Kinobesucher mit einer falschen Erwartungshaltung ziemlich übel enttäuschen würde.

Fazit: Joel Edgerton gebührt Applaus! Zum einen für einen echten Spannungsbrocken im Kino und zum anderen für seine Schauspielleistung. Er hat mit „The Gift“ einen genialen Beitrag für das Psychothriller-Genre abgeliefert, den man so überhaupt nicht auf dem Zettel hatte. Es ist ein Spiel von Gut und Böse mit menschlichen Abgründen sowie reichlich Nervenkitzel. Zudem passt der Cast wie die Faust aufs Auge und auch der Plotaufbau ist stark. Kurz, ein richtiger Genrekracher, den sich Psychothriller-Freunde nicht entgehen lassen dürfen. Beide Daumen nach oben für eine echte Kinoüberraschung!