Bitte einsteigen für einen gewaltigen Horrortrip. Das zumindest denkt man, wenn man sich zum ersten Mal den Trailer reingezimmert hatte. Nun können sich alle Freunde von Unheimlichkino ein komplettes Urteil bilden, ob der Zeitvertreib im japanischen Gruselwald die Kohle wert ist, die man an der Kasse lässt. Das Langfilmdebüt von Regisseur Jason Zada bringt zumindest alle Basisinhalte mit, um euch gepflegt das Fürchten zu lehren. Wir haben uns mit Natalie Dormer (Game of Thrones) in das unheimliche Gehölz begeben und verraten euch, ob wir ordentlich begruselt wurden. Schließlich wissen wir spätestens nach 'The Blair Witch Project' alle, dass Wälder und böse Mächte eine prächtige Gänsehaut den Rücken runterjagen können.

Darum geht’s:
Sara und ihre Schwester Jess sind Zwillinge und hegen eine tiefe Verbindung zueinander. Eines Nachts träumt Sara von ihrer Schwester, die sich in großer Gefahr befindet. Kurz danach stellt sich heraus, dass da etwas Wahres dran ist. Denn Jess ist im japanischen „Aokigahara“ spurlos verschwunden. Der sogenannte „Selbstmordwald“ hatte in der Vergangenheit immer wieder seine Opfer gefordert. In Sorge um ihre Zwillingsschwester reist Sara mit ihrem Freund Aiden nach Japan, um sich auf die Suche nach ihr zu begeben. Doch bereits die Einheimischen warnen Sara, den Wald zu betreten – denn dort lauert nichts Gutes. Davon lässt sie sich natürlich nicht abbringen und kassiert deshalb alsbald die Quittung. Zusammen mit dem einheimischen Guide Michi geht es also rein in den spooky Forst. Er rät Sara, nie den Pfad zu verlassen und diesen düsteren Ort allerspätestens bei Anbruch der Dunkelheit zu verlassen. Die Legende besagt nämlich, dass die Seelen der Toten in der Nacht erscheinen und die Lebenden verfolgen.

Das ist gut:
Hat man den Trip in diesem wirklich übel finsteren Wald überlebt, strahlt man breit über das ganze Gesicht. Denn dieser Horrorthriller fesselt, schockt und jagt einem einige kalte Schauer den Rücken runter. Genau das, was man von diesem Film erwartet. Gerade dass es in Japan diesen Horrorwald mit all seinen Spukgeschichten wirklich gibt, macht das Ganze noch ein wenig authentischer. Wobei dort nicht gedreht werden durfte, weshalb man sich die Kulisse eines Waldes im serbischen Nationalpark zunutze machte. Wenn man generell etwas mit übernatürlichem Spuk anfangen kann, wird man von 'The Forest' toll abgeholt. Der Plot passt einfach, auch wenn er das Rad nicht neu erfindet. Viel mehr überzeugt jedoch Natalie Dormer als Sara, die hier sowohl grandios die mutige Schwester mimt, aber eben auch das bemitleidenswerte Jagdopfer. Richtig gut ist zudem die finstere Gruselatmosphäre mitsamt ihrer wohldosierten, pointierten Schockmomente. Insbesondere, weil das japanische Szenario ohnehin prädestiniert für Horrorfilme ist.

Das ist schlecht:
Mal abgesehen davon, dass der Plot an sich nicht riesig innovativ ist, gibt es hier nicht viel zu bemängeln. Der Film funktioniert innerhalb seines Genres einfach prächtig. Da muss man nun wirklich kein Haar in der Suppe suchen.

Fazit: Applaus, Applaus bitte für eines der Horrorhighlights im noch jungen Jahr 2016! Dieser Horrortrip durch den wohl grusligsten Wald der Erde zieht euch von der ersten Sekunde an ins Gebüsch und spuckt euch nach rund 93 Minuten wieder aus. Wie ihr euch danach fühlt? Definitiv mal ordentlich unterhalten. 'The Forest' erzeugt Angst, zeigt stimmigen Horror und etliche gruselige Momente. Auch auf den einen oder anderen genialen Schocker braucht man nicht verzichten. Dann ist da ja noch diese brütende Gruselstimmung in diesem beeindruckenden Stück Natur, die finsterer nicht sein könnte. Nicht zu vergessen Natalie Dormer, die auch abseits ihrer Rolle in 'Game of Thrones' zeigt, was für eine begnadete Schauspielerin sie ist. Alles in allem geht es hier auf einen wahnsinnigen Horrortrip, der alle Genrefans begeistern dürfte!