Horror-Thrill-Fans aufgepasst – mit „The First Purge“ steht eine neue Nacht an, in der alle Verbrechen ungestraft bleiben. Das Prequel zur umjubelten „The Purge"-Trilogie macht auch dieses Mal keine Gefangenen, sobald die Sonne untergeht. Im vierten Teil werdet ihr Zeuge, wie auf der Insel Staten Island an der Ostküste der Vereinigten Staaten das wilde Morden begann. Regisseur Gerard McMurray vergisst bei aller Gewalt auch im Prequel die für die Reihe bekannte düstere Gegenwartskritik nicht. Ob „The First Purge“ mit der Hintergrundgeschichte zum jährlichen Schlächter-Event am Ende aber genauso begeistert wie seine Vorgänger, verraten wir euch in unserer Kinokritik.

Darum geht’s:

Hinter jeder Tradition steckt eine Revolution! In diesem Jahr erfahren wir endlich, wie alles begann – wie die alljährlichen zwölf Stunden Gesetzlosigkeit als einfaches soziales Experiment starteten: „The First Purge“.

Die USA in einer nicht allzu fernen Zukunft: Um die Verbrechensrate für den Rest des Jahres unter ein Prozent zu drücken, setzen die „Neuen Gründungsväter Amerikas“ eine gewagte soziologische Theorie in die Tat um: Für eine einzige Nacht bleiben alle Gewalttaten straffrei. Damit soll der frustrierten Bevölkerung ein Ventil für ihre angestauten Aggressionen geboten werden. Doch was zunächst als recht harmloses Experiment im New Yorker Stadtteil Staten Island beginnt, gerät außer Kontrolle und breitet sich schon bald wie ein Lauffeuer über die ganze Nation aus, als der unterdrückten Bevölkerung bewusst wird, dass die Regierung sich nicht an die Regeln der gesetzlosen Nacht hält.

Das ist gut:

Nicht nur Fans, sondern auch Neueinstiger werden mit diesem Prequel ihre Freude haben. Denn die Inszenierung der Hintergründe der allerersten Purge-Nacht ist wirklich gelungen und bringt nun auch das letzte Licht ins Dunkel. Im Vergleich zu den ersten drei „The Purge“-Filmen ist das Prequel einen Tick unaufgeregter und zuweilen auch vorhersehbarer. Da aber der Plot vom Grunde her jeden Fan begeistert und auch im vierten Teil die Blut- und Kampfszenen brutal und exzessiv ausufern, kann man mit „The First Purge“ letztendlich zufrieden sein.

Auch dass die Purge-Chaoten einmal mehr diese unglaublich erschreckend-besessene Gewaltbereitschaft perfekt auf die Leinwand bringen, macht dieses Sequel zu einem echten Purge-Streifen. Gerade Darsteller Rotimi Paul legt hier eine brillante Schauspielleistung hin. Das gilt jedoch auch für den Rest des frischen Casts wie Y’Lan Noel, Lex Scott Davis, Joivan Wade, Luna Lauren Velez oder Marisa Tomei. Außerdem ist die Politik- und Gesellschaftskritik bis hin zu satirischen Anspielungen einmal mehr das, was diese Horror-Thriller-Reihe von anderen abhebt.

Das ist schlecht:

Man kann über den Plot maulen, da er nicht unbedingt mit Überraschungen glänzt und man vieles eben schon aus den drei Filmen kennt. Viel mehr gibt es aber nicht auszusetzen…

Fazit: „The First Purge“ macht Spaß, schockiert, regt zum Nachdenken an und unterhält letztendlich von Minute eins an. Sicherlich wird oft und auch in aller Regelmäßigkeit über Sinn und Zweck von Prequels diskutiert. Aber in diesem Fall ist es nicht nur sinnig, die Ursprünge der Purge-Nächte aufzuzeigen, es ist auch überaus kurzweilig und bockspannend. Dazu die unglaublichen Gewalteskalationen inklusive aller Kritik an Politik und Gesellschaft – und fertig ist ein echter „Purge“-Streifen. Sowohl Fans als auch „The Purge“-Neulinge bekommen definitiv eine brutale Chaos-Nacht geboten, die für einen Kinoabend sorgt, von dem man sicherlich zufrieden heimkehrt.