Da ist sie nun endlich, die wohl abgedrehteste Buddy-Komödie der letzten Jahre hat sich im Kino platziert – nämlich Robinson Crusoe mit einer quasselnden Leiche. Ein Streifen, der an Skurrilität nur schwer zu überbieten ist. Zumindest auf dem Papier verspricht der Film mit seinem Plot innovative und frische Unterhaltung. Dafür verantwortlich zeichnet das Regie-Duo Daniel Scheinert und Dan Kwan, die mit ‘Swiss Army Man’ zugleich ihr Spielfilmdebüt feiern. In den Hauptrollen ist ein wirklich starkes und zugleich beklopptes Duo zu sehen, bestehend aus Paul Dano (‘Prisoners’) als Schiffbrüchiger sowie Daniel Radcliffe (‘Harry Potter’) als sprechender Untoter. Wir haben uns mit den beiden auf die verlassene Insel begeben und geschaut, wie funktionstüchtig so ein menschliches Schweizer Taschenmesser ist!

Darum geht’s:

Auf einer verlassenen Insel im Pazifik hat der gestrandete Hank keine Hoffnung mehr auf Rettung. Das glaubt er zumindest und will sich nach mehrmonatiger Einsamkeit das Leben nehmen. Doch kurz bevor er sich selbst über den Jordan schickt, entdeckt er im letzten Moment eine angeschwemmte Person am Strand. Hanks Neugier und auch Hoffnung lodern auf, woraufhin er zu der Person eilt. Leider muss er feststellen, dass es sich um eine Leiche handelt. Doch plötzlich fängt der Tote zu stammeln an. Der verwesende Kadaver stellt sich als Manny vor – öhm ja?! Hank ist das scheißegal, denn mit der sprechenden Leiche hat er nicht nur einen absonderlichen Gesprächspartner, sondern dieser lässt sich auch super als Multifunktionstool zweckentfremden. Quasi ein Schweizer Taschenmesser in Übergröße, der titelgebende ‘Swiss Army Man’. Jetzt gilt es für das ungleiche Duo, einen Weg zurück in die Zivilisation zu finden!

Das ist gut:

Den meisten wird beim Anblick des Films sicher ein „What the fuck“ über die Lippen kommen, um dann gebannt diesem herrlichen Mix aus Indie-Buddy-Action und Tragikkomödie zu folgen. Dabei überzeugt vor allem die herrlich behämmerte und sehr erfrischende Geschichte um den modernen Robinson Crusoe und seine sprechende Leiche. Dabei brilliert der einstige Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe als Allzweckwaffe sowie furzender Untoter ebenso wie Paul Dano. Das Duo bietet sehr viel Dynamik und bringt einiges an Komik und Skurrilität in diesen Streifen. Auch die zahlreichen Gags, Sprüche sowie bekloppten Situationen sorgen für reichlich Lacher. Natürlich vorwiegend mit dem Untoten, der wirklich zu allem umfunktioniert wird, was man sich vorstellen kann. Aber es wird auch ordentlich auf emotionales Buddytum gesetzt. Auch große Gefühle und Hoffnung spielen eine Rolle in den zahlreichen pathosgeladenen Szenen. Das alles zusammen ergibt einen sehr unterhaltsamen Mix mit einer surrealen Stimmung.

Fazit: ‘Swiss Army Man’ ist ohne Frage einer der außergewöhnlichsten Filme der letzten Zeit und punktet vor allem mit seinem innovativen Plot fernab des Einheitsbreis. Man braucht ein paar Minuten, bis man sich in diesen Film eingefunden hat. Doch schnell wird man mit auf ein wahnsinniges Abenteuer genommen, das mit der Mischung aus Indie-Buddyfilm und grotesker Tragikkomödie prächtig funktioniert. Getragen wird der Streifen natürlich von Daniel Radcliffe und Paul Dano, die dem Duo immens viel Charisma und Charakter verleihen. Nicht zu vergessen sind all die verrückten Gags, insbesondere, sobald die untote Allzweckwaffe zum Einsatz kommt. Darüber hinaus gibt es durchweg spaßige, emotionale Unterhaltung der wirklich anderen Art. Ein richtig starkes Abenteuer, das einem lange Zeit nach dem Abspann noch im Kopf rumspuken wird. Beide Daumen steil nach oben!