Freunde von gepflegtem Schocker-Horror dürfen sich auf eine weitere Runde mit der kleinen fiesen Samara freuen. Wer erinnert sich nicht an das japanische Original, in dem uns das kleine Biest 1998 erstmalig das Fürchten lehrte? Oder an 2002 in der gelungen amerikanischen Neuverfilmung, die den Film weltweit populär machte? Nach dem zweiten Teil 2005 gibt es zwölf Jahre später ein neues Horror-Tête-à-Tête mit Samara Morgan. Die Trailer zum Sequel ließen die Vorfreude jedenfalls immens steigen. Doch ob der spanische Regisseur F. Javier Gutiérrez hier den Horrornagel kräftig in die Köpfe der Zuschauer hämmert? Dieser Frage wollten wir nachgehen, weshalb wir uns ins Kino getraut und den Ring gesehen haben, um danach von Samara besucht zu werden. Überlebt haben wir es, aber ob es uns auch herrlich gegruselt hat? Das verraten wir euch in den kommenden Zeilen.

Daum geht’s:

Der Film spielt 13 Jahre nach den Geschehnissen in ‘Rings 2’. Im Mittelpunkt stehen Holt und seine Freundin Julia. Eigentlich ein glückliches Pärchen, zumindest bis Holt eine mysteriöse alte Videokassette in einem uralten Videorekorder findet. Der männlichen Neugierde erliegend zieht er sich das Video natürlich rein. Allerdings ist es das sagenumwobene ‘Rings’-Video, das einen echten Horror-Albtraum auslöst. Innerhalb von sieben Tagen wird Holt sterben, unheimliche Dinge passieren und auch Holts Persönlichkeit verändert sich. Er distanziert sich immer mehr von seiner Freundin und legt seltsame Verhaltensweisen an den Tag. Julia ist verzweifelt und will der Sache auf den Grund gehen, weshalb sie Hilfe beim Wissenschaftler Gabriel sucht. Ihnen bleibt jedoch nicht viel Zeit, da der Fluch der Samara unaufhörlich wütet. Die übersinnliche Macht bedroht schon bald das Leben von allen, die mit dem Betroffenen in Berührung kommen.

Das ist gut:

Zuerst einmal muss man abermals dem Streifen attestieren, dass Samara noch genau so geil ängstigt wie früher. Sie ist einfach zur Horrorkultfigur geworden, die auch hier im Sequel herrlich finster aus der Leinwand gekrochen kommt. Klasse ist jedoch, dass die Macher hier auf eine neuartige Weise mit dem grausigen Mythos um das berüchtigte Killervideo umgehen. Nämlich einer zweiten Ebene, die in dem Video steckt, das definitiv den Gruselfaktor und das Grauen generell eine weitere Stufe nach oben treibt. Dabei ist die Basis zur Freude der Fans geblieben, denn Samara steigt immer noch aus dem nassen Brunnengrab und Menschen sterben sieben Tage, nachdem sie das Video gesehen haben. Gefallen haben aber auch jegliche Schock-, Grusel- sowie Gänsehautmomente, die hier wirklich perfekt und pointiert in den Streifen eingebaut wurden. Das gibt dem Ganzen einen guten Drive, birgt keine Längen und sorgt vor allem eine dichte Atmosphäre. Außerdem überzeugt der Cast mit Johnny Galecki, Alex Roe, Matilda Lutz, Aimee Teegarden sowie Laura Wiggins.

Das ist schlecht:

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Fazit: Mit Sequels muss man generell immer vorsichtig sein, aber im Horrorsektor ganz besonders. Denn da sind schon so viele mit auf die Nase gefallen. Das ist mit der Wiederkehr des kultigen Horrormädchens Samara glücklicherweise nicht der Fall. Die Plotbasis wurde behalten, aber gelungen um eine neue Ebene erweitert. Samara als Brunnengeist funktioniert einfach immer noch so gut wie früher. Dafür sorgen die wirklich gut platzierten Schock-, Grusel- sowie Gänsehautmomente. Ebenfalls überzeugend sind die beklemmende Atmosphäre und die Düsterkeit, die über allem schwebt. Das macht wirklich Spaß und sollte sowohl jedem Horror- als auch ‘Ring’-Fan am Ende überzeugen. Mehr muss dazu auch nicht gesagt werden – ‘Rings’ wird euch eine schöne Angst einjagen und euch Samara wunderbar in die Köpfe treiben, sodass ihr sie noch zu Hause auf eurer Couch sitzen seht!