„Resident Evil“ gehört unbestritten zu den erfolgreichsten Videospielreihen der Welt. Dies gilt parallel für das dazugehörige Film-Franchise, das rund um den Globus Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Während mit dem sechsten und letzten Teil „Resident Evil: The Final Chapter“ die Filmreihe mit Milla Jovovich als Alice abgeschlossen wurde, startet jetzt mit „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ im Kino eine brandneue Adaption. Wir haben uns auf den neuerlichen Survival-Horror-Trip begeben und verraten euch, wie „Welcome To Raccoon City“ letztlich abschneidet.

Darum geht’s:

Im Film übernimmt eine neue Generation des „Resident Evil“-Universums das Zepter, zeigt dabei den Zuschauern jedoch die Ursprungsgeschichte. Diese startet im Jahr 1998 im ikonischen Raccoon City. Einst war das eine florierende Metropole und die Heimat des Pharmariesen Umbrella Corporation. Heute ist von all der Pracht nicht mehr viel übrig geblieben, ist es doch nur noch eine sterbende Stadt im Mittleren Westen.

Der Exodus des Unternehmens hat die Stadt in ein Ödland verwandelt, unter dessen Oberfläche sich ein großes Übel zusammenbraut. Als dieses Böse entfesselt wird, verändert sich Raccoon City für immer. Es gibt nur eine kleine Gruppe von Überlebenden, die sich nun zusammenraufen muss, um die Wahrheit hinter der Umbrella Corporation aufzudecken und die Nacht zu überstehen.

Das ist gut/Das ist schlecht:

Während man plot-technisch mit Jill Valentine, Claire und Chris Redfield in die Vergangenheit reist, gilt mit „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ zugleich ein filmischer Neustart in das Franchise: Mit einem interessanten Cast, stehen doch neben Kaya Scodelario („Mazerunner“) und Hannah John-Kamen („Ant-Man And The Wasp“) auch Robbie Amell („Upload“), Tom Hopper („The Umbrella Academy“) oder Avan Jogia („Zombieland 2“) sowie Neal McDonough („Yellowstone“) vor der Kamera.

Gelungen ist, dass man sich erkennbar nah an den klassischen Survival-Horror-Spielen orientiert hat. Das wird Kennern dieser erfreulich in die Augen springen. Ansonsten hat man den Sprung in die Moderne mit einer zeitgemäßen Inszenierung ganz gut hinbekommen. Im Vergleich zu den Filmen mit Milla Jovovich hat Regisseur Johannes Roberts hier alles auf Null gestellt.

Dabei hangelt er sich wirklich sehr nah an den Videospielen entlang, weshalb man den neuen Streifen nicht mehr mit der vorangegangenen Filmreihe vergleichen kann. Das ist wiederum äußerst erfrischend und birgt einiges an Spannung. Wobei natürlich klar ist, dass es auch in „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ letztlich nur ums Überleben und den Kampf gegen die vom T-Virus befallenen, gefräßigen Biowaffen geht.

Was gut gefällt ist, dass Johannes Roberts sich hier etlicher gruseliger Elemente bedient, welche an die zahlreichen stilbildenden Szenen aus den ersten beiden Videospielen der Reihe erinnern. Heißt:  Sowohl der Survival- und noch mehr der Horror-Anteil bewegen sich in der Neuadaption weitaus höher, als man das von den Filmen vorher kannte – und gegebenenfalls auch vermisst hatte.

Daher gestaltet sich der Streifen auch belebend anders und bietet ein neues Filmerlebnis, auch wenn das Setting an sich bekannt ist. Zudem lebt „Welcome to Raccoon City“ auch von seiner sehr dichten und düster-beklemmenden Atmosphäre. Auch hier fühlt man sich an die Sternstunden des Videospiel-Franchise erinnert. Leider schwächelt der Streifen zur Mitte hin durch einige Längen etwas. Außerdem kommt bei der einen oder anderen Figur die Ausstaffierung des jeweiligen Charakters etwas zu kurz. Aber insgesamt macht der große filmische „Resident-Evil“-Neustart seine Sache gut.

Fazit:

„Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ gestaltet sich schlussendlich als guter Neuanfang und bietet ein ebenso erfrischendes wie düsteres Survival-Horror-Abenteuer, in dem auch die Action nicht zu kurz kommt. Es war klug, noch mal einen Film zu drehen, der zurück zu den Wurzeln geht. Dabei verbeugt sich der Streifen vor dem Videospiel-Franchise, vor allem vor den ersten beiden Teilen. Daher richtet sich „Welcome to Raccoon City“ natürlich erst einmal an alle Fans der Games, kann aber auch Genre-Fans, die die Videospiele nie gezockt haben, gute Survival-Horror-Unterhaltung anbieten.