Alles ist angerichtet für neue Fantasy-Action. Dieses Mal mit der Neuverfilmung der Artus-Sage, 'King Arthur - Legend of the Sword'. Eine sehr moderne Interpretation, die nur lose auf der klassischen Sage basiert. Regisseur Guy Ritchie ('Sherlock Holmes') setzt in diesem Streifen ganz auf Spektakel und Effekte. Das mit einem starken Cast um Charlie Hunnam, Àstrid Bergès-Frisbey, Jude Law, Djimon Hounsou und Eric Bana. Doch ob das alles reicht für einen stimmigen, historisch angehauchten Actioner im Rittergewand? Der Frage sind wir nachgegangen und haben uns ins Mittelalter begeben. Ob King Arthur Excaliburs wirklich würdig ist, verraten wir euch in unserer Kinokritik.

Darum geht’s:

Waisenjunge Arthur wird von drei Prostituierten großgezogen. Als er älter wird, treibt er sich mit einer Bande aus Straßenjungen in den Gassen Londoniums (das frühere London) herum. Eines Tages trifft er auf das legendäre Schwert Excalibur, das in einem Felsen steckt. Nur wer ihm würdig ist, schafft es, das Schwert herauszuziehen. Arthur fackelt nicht lange, probiert es und zack ist die sagenumwobene Schneide seine. Was folgt, ist der Aufstieg Arthurs von der Gosse zum Königshaus, vom Befreier des Volkes vom Tyrannen Vortigern bis hin zur Krone. Bis es so weit ist, gibt es jede Menge zu tun. Der Widerstand im Kampf gegen Vortigern mus aufrechterhalten werden und auch sonst gibt es mit Riesenschlangen und Kriegselefanten weitere Feinde. Wobei sie noch das kleinere Übel sind, denn eine Kreatur mit dem Namen Nemesis taucht auf. Außerdem wäre da ja noch die rätselhafte Guinevere...

Das ist gut:

Wenn man an die Monty-Ponthy-Parodie 'Die Ritter der Kokusnuss' denkt, geht einem das Herz vor Lachen auf. Die Filmadaptionen rund um die Sagengestalt Artus, 'King Arthur' aus dem Jahre 2004, konnte hingegen als düstere Verfilmung überzeugen. Jetzt zeigt Guy Ritchie mit seiner Neuverfilmung eine weitere Variante, wie man mit der historischen Geschichte umgehen kann. Das in einer sehr illustren Mischung aus Fantasy, Action, minimal historischen Fakten und reichlich Gangster-Flair. Das hört sich verquer an, funktioniert als Action-Abenteuer aber prächtig. Allerdings nur, wenn man sich darauf einlassen will und zudem kein Problem hat, wenn massiv CGI Effects eingesetzt werden. Herausgekommen ist pures, dunkles Fantasy-Spektakel, das modern daherkommt und dennoch mittelalterlichen Charme versprüht. Vor allem ist der Held in der Interpretation Ritchies ein ärmlicher Held, der vielmehr einem Raufbold gleichkommt als der bekannte ruhmreiche Ritter Artus aus den bekannten Versionen der Vergangenheit. Hier überzeugen der ehemalige 'Sons of Anarchy'-Star Charlie Hunnam in der Rolle des Excalibur-Finders und auch Jude Law als Filmbösewicht. Was zudem gefällt, sind die epischen Schlachten, die zwar mit besagter computergenerierter Action aufgepumpt wurden, aber dennoch beeindrucken – modernes Actionkino, halt.

Das ist schlecht:

Okay, einen richtigen Schnitzer gibt es mit der Nebenrolle von Ex-Fußballstar David Beckham, der einen Bandenboss spielt. Meine Güte, er sollte beim Fußball bleiben und nicht mehr als „Schauspieler“ vor die Kamera treten. Ansonsten werden alle, die eine historisch nahe Artus-Verfilmung sehen wollen, bitter enttäuscht werden. Auch all jene, die keine Lust auf CGI-Action haben, denn damit wird man in diesem Film erschlagen. Wer zudem die Romantik-Komponente der Sage erwartet, wird deren Abwesenheit ebenfalls monieren, denn die Romantik bekommt man hier nur mit dem Schwert präsentiert.

Fazit: 'King Arthur - Legend of the Sword' schert sich nur marginal um die bekannte Artus-Sage. Durch diese gleichwohl etwas verrückte Interpretation wird viel Raum für neue Spannungselemente freigemacht. Das ist sehr erfrischend und so bekommt man ein bildgewaltiges Effektfeuerwerk in einem unterhaltsamen Fantasy-Action-Abenteuer mit reichlich blankem Stahl, Emotionen und epischen Schlachten. Dazu einen wirklich passenden Cast mit Charlie Hunnam sowie Jude Law, der nur von David Beckham torpediert wird. Alles in allem hat Regisseur Guy Ritchie beeindruckendes Actionkino geschaffen, wenn man sich von allen bekannten Artus-Ketten befreit. Damit dürfte der geplanten sechsteiligen Filmreihe zur Artussage nichts mehr im Wege stehen, die dann auch Sir Lancelot oder Zauberer Merlin näher beleuchten soll. Bis es so weit ist, gibt es erst mal 'King Arthur - Legend of the Sword' – und der hat sich die Macht von Excalibur als Filmhighlight wirklich verdient.