Neues Jahr und direkt gibt es den nächsten Kandidaten im Kino für zünftiges Schauerkino. Denn mit „It Comes at Night“ steht ein potenziell starker Streifen in den Startlöchern, der sämtliche Bestandteile für besten Gruselspaß mitbringt. Der Streifen ist dabei erst der zweite Spielfilm von Regisseur und Drehbuchautor Trey Edward Shults. In seinem Zweitwerk hat er sich auf die Fahnen geschrieben, die Zuschauer mit einem Mix aus Horror-Schocker und Endzeit-Drama ins Kino zu locken. Dafür hat er auch einen guten Cast gefunden, allen voran Joel Edgerton („Black Mass“, „Exodus: Götter und Könige“) in der Hauptrolle. An seiner Seite sind unter anderen Riley Keough, Carmen Ejogo sowie Christopher Abbott  zu sehen. Wir haben uns diesen Psychoterror angesehen und verraten euch, ob ihr hier einen starken Genre-Horror zu sehen bekommt!

Darum geht’s:

Das Ende der Welt. Eine tödliche Infektionskrankheit hat fast alles Leben auf der Erde ausgelöscht. Eine Familie ist in eine Waldhütte geflüchtet. Denn in der neuen Welt tobt das Böse, eine subtile Bedrohung, die niemand genau benennen kann, geht um. Und es gibt scheinbar kein Entkommen: Das Haus wird von draußen belagert und von innen gibt es auch Saures. Vater, Mutter und Sohn müssen sich einer unglaublichen Belastungsprobe stellen, als dann auch noch eine verzweifelte junge Familie bei ihnen Zuflucht sucht. Obwohl beide Seiten nur beste Absichten hegen, nehmen Paranoia und Misstrauen überhand, denn die draußen lauernde Macht weckt etwas Verborgenes und Monströses im Vater. Außerdem kann jeder die Krankheit in sich tragen und zur tödlichen Gefahr werden.

Das ist gut:

Vorweg, „It Comes at Night“ ist alles, aber kein brutaler Zombie-Horror, in dem die Körperteile durch die Gegend fliegen und Blutfontänen gen Himmel sprühen. Wer Derartiges sehen will, sollte hier schnell die Beine in die Hand nehmen und sich einen anderen Streifen im Kino ansehen. Nein, Regisseur Trey Edward Shults zielt hier ganz und gar auf ein atmosphärisch dichtes, klaustrophobisches Endzeit-Drama, das sich als postapokalyptischer Alptraum präsentiert. Garniert wird das Ganze mit biestigem Psycho-Horrorthriller und Survival-Thriller. Es ist perfider Psychoterror, der hier auf die Protagonisten einwirkt – und das oft auch mit leisen Tönen, die wiederum eine gute Spannung erzeugen. Vor allem aber trifft dieser Horror durch die Hintertür bis ins Mark, wenn man sich dem Gezeigten öffnet. Schließlich geht es im Film um Menschen in Extremsituationen. Um die Frage, was die Menschlichkeit noch taugt, in einer Welt, in der eben diese Menschlichkeit ihren Zweck verliert. Ja, das ist Kopfkino, aber eben nicht nur. Es gibt reichlich intensive Schreckmomente, die dem Ganzen einen feinen Schliff der Unterhaltung verleihen. Denn es ist auch ein kompromissloser Survival-Thriller, in dem es am Ende des Tages ums nackte Überleben geht.

Das ist schlecht:

An der Machart und dem Cast gibt es nichts zu meckern. Wie bereits gemahnt: Dies ist definitiv kein Horror-Zombie-Action-Blutgericht, sondern ein brettharter Psycho-Horror. Daher sollten Zuschauer, die Ersteres sehen wollen oder Derartiges erwarten, den Kinosaal gar nicht erst betreten!

Fazit: Unerwartet, vor allem wenn man sich im Vorfeld nur auf die Trailer gestützt hat. Hier gibt es kein blutrünstiges Zombiegemetzel, keinen gorigen Horror. „It Comes at Night“ geht aufgrund seiner atmosphärisch dichten Machart unter die Haut. Kommt quasi mit seinem Survival-Horror-Thrill durch die Hintertür und weiß auf diese Art zu überzeugen. Einfach starker Psycho-Horror, der euch im Kopf hängenbleiben wird. Hier werden einem über 90 Minuten die Daumenschrauben angelegt, die von Minute zu Minute immer fester angezogen werden. „It Comes at Night“ ist ein spannendes, tiefschürfendes Unterfangen in einer finsteren Welt, das sich dadurch einfach erfrischend von der Genremasse abhebt. Das gefällt – und deshalb beide Daumen steil nach oben!