Ein Actionthriller um zwei ungleiche Superagenten schaut auf den ersten Blick aus wie ein zigmal durchgekautes Brötchen. Naja fast, der neue Streifen von Guy Ritchie ('Sherlock Holmes', 'Revolver') versucht jedenfalls, die Agenten-Kultserie 'Solo für O.N.C.E.L' in einem 116-minütigen Blockbuster zu verfilmen. Die Vorlage von James-Bond-Erfinder Ian Flemig scheint dazu prädestiniert zu sein, zumal auch der Cast mit Henry Cavill, Armie Hammer und sexy 'Ex Machina'-Darstellerin Alicia Vikander passend erscheint. Drum haben wir uns in die Zeiten des Kalten Krieges gestürzt und den Superagenten bei der Weltrettung zugeschaut. Ob es geglückt ist, verraten wir euch in unserer Kinokritik.

Darum geht’s:

Wir schreiben das Jahr 1963 – eine Zeit, in der der Kalte Krieg zwischen der Sowjetunion und den USA in vollem Gange war. Inmitten dieser bedrohlichen Lage gerät ein früherer Nazi-Raketentechniker an unerwartete Brötchengeber: Er steht im Verdacht Nuklearwaffen herzustellen, die ein internationales Verbrechersyndikat dazu nutzen will, die Welt zu terrorisieren. Trotz des Kalten Krieges wollen CIA sowie KGB zusammenarbeiten und bringen mit dem Amerikaner Napoleon Solo sowie Russenagent Illya Kuryakin zwei äußerst ungleiche Typen in Spiel. Sie sollen nun die Welt vor den Bösewichten retten. Da beide unterschiedliche Vorgehensweisen haben, aber auch in der Persönlichkeit alles andere als ähnlich sind, wird dieses Unterfangen kein Leichtes. Dann da ist ja noch die Tochter des deutschen Raketenwissenschaftlers, Gaby, mit deren Hilfe die Superagenten die Verfolgung der Verbrecher aufnehmen.

Das ist gut:

Die Kultserie nahm sich damals schon nicht so ernst und das macht dieser Actionthriller ebenfalls nicht. Die Gags sowie der Humor gefallen hier einfach am besten, wobei mit einer gehörigen Portion Action nicht gespart wird. Ebenfalls auf dem Positivkonto ist die dichte Atmosphäre der 60er, die Guy Ritchie hier perfekt erschafft. Ebenfalls ist der Zwist beider Supermächte anhand der beiden Superagenten überall spürbar. Das sorgt wiederum für etliche witzige Szenen. Der Streifen artet jedoch nie in eine Art Komödie aus, denn 'Codename U.N.C.L.E.' webt den Witz gescheit in die Story ein und beweist jederzeit Stilsicherheit. Wie schon gesagt, richtig gut gefallen eben auch Henry Cavill und Armie Hammer als Ost-West-Duo, die einen enormen Unterhaltungswert besitzen. Es ist die Mischung aus moderner Action, 60er-Stimmung und wohldosiertem Witz, die hier zündet, und zwar gewaltig.

Das ist schlecht:

Viel vorwerfen kann man diesem Blockbuster wenig. Fans von 'Solo für O.N.C.E.L' werden sich vielleicht etwas darüber aufregen, dass Guy Ritchie schnell von der Ian-Fleming-Vorlage abweicht und wirklich nur die Eckdaten der Serie behält. Ansonsten aber macht der Streifen definitiv mehr richtig als falsch.

Feuer frei für 'Codename U.N.C.L.E.'! Man kann froh sein, dass Steven Soderbergh damals Abstand von diesem Film genommen hat, der eigentlich für das Projekt vorgesehen war. Denn Guy Ritchie ist genau der richtige Mann am richtigen Ort. Er verleiht dem Film nicht nur seine persönliche Ritchie-Note, sondern vereint auch auf ganz besondere Art Action und Humor. Das mit viel Stil, tollen Bildern sowie einer knackigen Sixties-Atmosphäre. Auch dass er mit dem zuvor weniger erfolgreichen Superman Henry Cavill sowie dem Lone Ranger Armie Hammer nicht die erste Hollywood-Garde engagiert hat, gefällt und zeigt seinen Mut. Am Ende steht ein geiler Agententhriller mit guter Action und noch mehr Retrostimmung. Der Kalte Krieg in cool, sozusagen. Also rein da, liebe Männer. „Codename U.N.C.L.E.“ schreit förmlich nach einem feuchtfröhlichen Herrenabend!