Es darf sich im Kino wieder ordentlich gegruselt werden, denn die Tore zu einem der kultigesten Horrorfriedhöfe wurden abermals aufgestoßen. Welcher Horror-Fan hat ihn nicht gesehen und gefeiert, diesen herrlichen Old-School-Grusler – „Friedhof der Kuscheltiere“ aus dem Jahre 1989. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King zählt mittlerweile zu den Streifen, die in jede gut sortierte Horror-Sammlung gehören. Nach drei Dekaden gibt es nun auch ein Remake – und was euch im düsteren Klassiker in neuem Gewand erwartet, verraten wir in unserer Kinokritik.

Darum geht’s:

Dr. Louis Creed, seine Frau Rachel und ihre beiden Kinder Gage und Ellie entfliehen der Großstadt für ein beschauliches Leben auf dem Land. Ganz in der Nähe ihres neuen Zuhauses und von dichtem Wald umgeben, befindet sich der unheimliche „Friedhof der Kuscheltiere“. Nach einem tragischen Zwischenfall bittet Louis seinen kauzigen Nachbarn Jud Crandall um Hilfe und löst damit ungewollt eine gefährliche Kettenreaktion aus, die etwas abgrundtief Böses freisetzt und das neu gewonnene Familienidyll bedroht. Schnell wird den Creeds klar, dass der Tod manchmal besser ist…

Das ist gut/Das ist schlecht:

Wieso seit Jahren mit Remakes und Reboots alter Klassiker sowie Kultfilmen die Kinos gefüllt werden, ist eine Sache für sich. Tut es not? Nein! Tun sie weh? Ja, sehr oft! Glücklicherweise ist das beim Remake des fantastischen Stephen-King-Klassikers nicht der Fall. Der Plot bleibt bei alten Figuren mit neuen Gesichtern soweit bekannt. Man hat zwar den altbekannten Basisplot behalten, diesen allerdings in Teilen etwas ausgebaut, was nicht schlecht ist.

Generell entführt euch das Regie-Duo Kevin Kölsch und Dennis in eine moderne Interpretation des Bestsellers. Dafür haben sie eine frische Mischung an Darstellern engagiert – mit Jason Clarke, Amy Seimetz sowie John Lithgow in den Hauptrollen. Herausgekommen ist Unheimlichkino, das im Gegensatz zum Original ordentlich die blutige Gewaltkeule schwingt. Das Remake ist zudem um einiges düsterer und auch eine Ecke gruseliger.

Die etlichen Jump Scares sind gut getimt und auch ein paar Überraschungen wurden eingebaut. Sehr überzeugend sind auch sowohl der stimmige Grusel-Score als auch die starken Schockeffekte. Ist der Plot auch spannend in Szene gesetzt, so fehlt es allerdings etwas an Tiefgang. Gerade, was die Protagonisten betrifft. Dem Streifen hätte durchaus an der einen oder anderen Stelle die Handbremse gutgetan, um sich mehr Zeit für die Charaktere und Emotionen zu nehmen. Aber gut, so gehen halt Mainstream-Tempo-Schocker.

Fazit: Das Remake „Friedhof der Kuscheltiere“ ist unterm Strich ein guter Streifen. Keiner der den Stempel Meisterwerk aufgedrückt bekommt und an das Original heranreicht – wohl aber ein Film, der durchaus als effektiver Schocker bezeichnet werden darf. Er ist temporeich, spannend und geizt nicht mit brutalen Szenen. Auch die Atmosphäre stimmt, weshalb man hier einen finsteren Horrortrip im Kino mit einem biestig blutigen Finale zu sehen bekommt. Also hereinspaziert auf den Friedhof der Kuscheltiere, aber bedenkt: „Manchmal ist es besser, tot zu sein!“