Nach der starken 1990er-TV-Adaption des Stephen-King-Romanklassikers „Es“ galt die Verfilmung unter Fans als unantastbar. Unter anderem auch, weil sich Tim Curry mit seiner grandiosen Performance als Clown-Monster Pennywise in die Herzen der Fans spielte. Daher war die Sorge groß, als es hieß, man würde 27 Jahre später eine Neuauflage bringen – mit einem neuen Pennywise, dieses Mal verkörpert von Bill Skarsgård. Doch spätestens mit den stimmigen Trailern zum Horror-Kino, konnte man beruhigter an die Sache rangehen. Stellt sich nun jedoch die Frage, ob der erste Akt des zweiteiligen Kino-Remakes von Regisseur Andrés Muschietti die kompletten 135 Minuten überzeugen kann. Das haben wir rauszufinden versucht und verraten euch, ob eines der fiesesten Filmmonster der Geschichte wieder für Angst und Schrecken sorgen kann.

Darum geht’s:

Der Plot des ersten Teils handelt von den Kindern des „Clubs der Verlierer“ im Kampf gegen Pennywise. Alles beginnt in der beschaulichen amerikanischen Kleinstadt Derry, der zum Schauplatz unvorstellbarer Verbrechen wird, als Kinder am helllichten Tag verschwinden. Zurück bleiben nur Körperteile. Was niemand ahnt: Eine dämonische Kreatur treibt ihr Unwesen in der Kanalisation des Ortes, nur einige wenige Kinder haben „Es“ (Bill Skarsgård) je gesehen – und überlebt. Um den Fängen des blutrünstigen Clowns Pennywise zu entkommen, schließen sich die Freunde Stanley Uris (Wyatt Oleff), Richie Tozier (Finn Wolfhard), Mike Hanlon (Chosen Jacobs), Bill Denbrough (Jaeden Lieberher), Beverly Marsh (Sophia Lillis), Eddie Kaspbrak (Jack Dylan Grazer) und Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor) zusammen. Sie sind der „Club der Verlierer“ – gemeinsam wollen sie die Mordfälle klären und das Monster jagen. Doch Pennywise nutzt seine übernatürlichen Fähigkeiten, um sich in die schlimmsten Albträume seiner Opfer zu verwandeln.

Das ist gut:

Pennywise gehört neben Freddy Krueger, Jason Voorhees, Chucky oder Michael Meyer zu den Horror-Superstars und ist auch im Bereich der Filmmonster ganz weit oben angesiedelt. Die wichtigste Frage, die wir beantworten: Ist Bill Skarsgård in der Rolle des mordenden Clowns so gut wie Tim Curry? Darauf gibt es ein klares „Ja!“. Er ist nicht besser, er ist nicht schlechter, er ist anders. Vor allem mit seiner Erscheinung, die an einen Nager erinnert und schnell in ein diabolisches Monster mutiert, überzeugt Skarsgård. Er hat zwar auch typische Clown-Momente, aber er ist weitaus düsterer, dämonischer und vor allem verstörender. Das passt und sorgt für etliche Szenen, die vor allem Ängste von Zuschauern mit Clown-Phobie auf Level 110 hochschrauben. Der neue Pennywise ist fies, richtig fies – im positiven Sinne. Ebenso Erfreuliches kann man über die Inszenierung des Plots sagen, die nun wesentlich tiefgängiger und erklärender ist, da man sich im ersten Teil komplett nur auf die Jungs mit ihrem Anti-Clown-Club konzentriert und das obendrein ohne Zeitsprünge. Generell ist der Cast eine der Stärken des Films, denn neben Skarsgård überzeugen auch die Kids. Es ist schon auch ein Coming-of-Age-Drama, das jedoch intelligent mit Horror kombiniert wurde. So entsteht ein packender Film, voll mit üblen Schockern, sehr viel Atmosphäre und Gruselszenen an allen Ecken.

Das ist schlecht:

Schade, dass man die Kinoversion um satte 15 Minuten gekürzt hat. Diese wird man dann wohl erst auf DVD und Blu-ray in der Directors-Cut-Fassung zu sehen bekommen. Ansonsten kann man nur sagen, dass sich alle vom alten Pennywise befreien sollten. Tut man dies stur nicht, wird man nur schwer die Genialität des neuen Killerclowns feiern können!

Fazit: Alle Befürchtungen, die Neuauflage von „Es“ würde genadenlos gegen die 90er-Version abschmieren, kann man ad acta legen. Andrés Muschietti legt hier einen sauguten Horrorstreifen hin, der zudem eine coole Geschichte über Freundschaft und das gemeinsame Bewältigen von Ängsten erzählt. Das verpackt in einem spannenden Kampf gegen einen Pennywise, der übelst dämonisch daherkommt. Er springt euch direkt ins Gesicht, fackelt nicht lange, weshalb die sitzenden Schocker voll aufs Gemüt schlagen. So muss das! Alles in allem bekommen hier Fans und Neulinge eine tolle Neuinterpretation eines echten Horrorklassikers. Pennywise ist zurück und weiß mit euren Ängsten zu spielen. Also denkt dran … sie fliegen, sie fliegen alle! Aber jeder bitte nur einen Luftballon!