Es ist mal wieder Zeit für Fantasy und das mit dem neuen Blockbuster des russischen Regisseurs Sergei Bodrov. 'Seventh Son', so der Titel, soll ein neues Highlight unter den Fantasyabenteuern werden. Dafür wurde mit Jeff Bridges sowie Julianne Moore hochkarätige Schauspielgrößen Hollywoods gewonnen. Doch was kann dieser Streifen, der nicht gerade mit Originalität glänzt, wenn eine Elitetruppe von Geisterjägern die Menschen vor Hexen und anderen übel gelaunten Scheusalen beschützen muss? Wir haben uns dieses actiongeladene Fantasyepos angesehen und verraten euch, ob uns der Film uns zu frenetisch jubelnden Geisterjäger-Fans macht oder doch nur zu zornigen Monstern.

Darum geht’s:
Tom (Ben Barnes) ist auf den ersten Blick ein ganz normaler Junge, der auf dem Hof seiner Mutter arbeitet. Was er nicht weiß: Er steht im Mittelpunkt einer uralten Prophezeiung. Diese besagt, dass er der siebte Sohn eines siebten Sohnes sei, was wiederum bedeutet, dass er einem Orden von  Geisterjägern angehört. Diese wenden sich an Tom, damit er der nächste große Held werden kann. Ein neuer Recke, der gegen Hexen und all die ganzen anderen magischen Kreaturen in den Kampf zieht. Doch ohne Ausbildung wird daraus nichts werden, weshalb er beim letzten Meister der magischen Künste, John Gregory (Jeff Bridges), in die Lehre geht. Die Schulung hat er auch bitter nötig, denn schon bald steht die übermächtige Hexe, Mutter Malkin (Julianne Moore), mit einer ganzen Armee an Monstern auf der Matte. Sie hat natürlich nur eines im Sinn – alle Geisterjäger zu eliminieren, um die Welt schlussendlich zu unterjochen.



Das ist gut:
Dieses Fantasyspektakel ist ein Fest der Effekte und Actionsequenzen. Hier gibt es fast minütlich monstermäßig auf die Rübe mit herrlichen Kampfszenen sowie einer dämonischen Zerstörungsorgie. Das macht tierischen Spaß, diesem wilden Treiben zu folgen. Hier merkt man auch, wo das meiste des 95-Millionen-Dollar-Budgets reingesteckt wurde. Sowohl rein optisch als auch vom Actiongehalt gibt es rein gar nichts zu bemängeln. Richtig gut gefällt einmal mehr der bärtige Jeff Bridges als Lehrmeister, wunderbar verlottert und versoffen, aber stets kampfbereit. Auch der Plot ist in Ordnung, wenn da nicht die Sache mit den Büchern wäre.

Das ist schlecht:
Denn wer die zugrundeliegende Romanreihe 'The Spook's Apprentice' von Joseph Delaney kennt, wird eher die Hände vor Unglauben über dem Kopf zusammenschlagen. Denn von der Originalgeschichte ist man im Film in etlichen Teilen abgerückt. Aber gut, die meisten werden die Bücher nicht kennen, deshalb belassen wir es dabei. Was weit mehr ärgert, ist die Tatsache, dass einige Charaktere im Film recht blass bleiben, weshalb man nur schwer eine emotionale Bindung zu ihnen aufbauen kann.

'Seventh Son' ist alles in allem ein recht gutes Fantasyspektakel geworden, in dem die rassige Action sowie mitreißende Effekte an erster Stelle stehen. Danach kommt der Plot, der dem Thema ganz dienlich ist, aber leider zu sehr von den Originalbüchern abweicht. Das wiederum wird allen Nichtlesern ziemlich am Hintern vorbeigehen. Der größte Reibepunkt bleiben daher einige recht seelen- und farblose Charaktere. Aber schaut man darüber hinweg, gibt es vor allem für Fantasyfans prächtige, 102-minütige Unterhaltung, in der es richtig rummst und kracht. Drum wünschen wir euch eine fröhliche Monsterhatz!