Dune: bildgewaltiges Sci-Fi-Epos – Kinotipp der Woche – Da ist er endlich, der heiß erwartete Sci-Fi-Blockbuster des Jahres 2021. Die Erwartungen an das Remake des legendären Sci-Fi-Kultfilms „Dune: Der Wüstenplanet“ von David Lynch aus dem Jahre 1984 waren im Vorfeld natürlich riesig. Schließlich zählt das Original mit Stars wie Kyle MacLachlan, Jürgen Prochnow, Sting, Patrick Stewart, Max von Sydow und Dean Stockwell zu den eindrucksvollsten Genrebeiträgen aller Zeiten.

Da sich aber kein Geringer als Filmemacher Denis Villeneuve der Neuauflage angenommen hatte, der bereits mit „Arrival“ oder „Blade Runner 2049“ die Zuschauerschaft beeindruckte, war zumindest die Basis für ein bildgewaltiges Fest gelegt. Wir haben uns „Dune“ angesehen und verraten euch, ob das Remake den hohen Erwartungen gerecht werden kann.

Darum geht’s:

„Dune“ entführt in eine ferne Zukunft. In dieser hat die Menschheit das Universum erobert. Allerdings teilen sich dort rivalisierende Adelshäuser die Macht, die einem Imperator unterstehen. Das sorgt natürlich für reichlich Diskrepanzen untereinander. Erst recht, als der Imperator den düsteren Harkonnen die Verwaltung über den Wüstenplaneten Arrakis entreißt und diese dem Haus Atreides übergibt.

Der Wüstenplanet Arrakis, auch Dune genannt, steht hierbei im besonderen Fokus, da dort die wertvolle Ressource Spice gewonnen wird. Das Spice wird hierbei nicht nur dringend als Substanz für die Raumfahrt benötigt, auch ist es eine Art Wunderdroge mit lebensverlängernder und telepathischer Wirkung. Während die Harkonnen auf Arrakis aus Profitgier eine Schreckensherrschaft ausübten, will Herzog Leto Atreides einen zurückhaltenden Weg einschlagen.

Letos Sohn Paul will indes noch weiter gehen und das geknechtete Wüstenvolk der Fremen befreien. Zudem lassen Paul mysteriöse Träume und Vorahnungen ihn nicht nur mit seiner Rolle in der Erbfolge hadern, sondern zudem den Imperialismus aller Adelshäuser infrage stellen. Als dann noch finstere Mächte die Kontrolle über das kostbare Spice an sich reißen wollen, entbrennt ein erbitterter Kampf, den nur diejenigen überleben werden, die ihre eigenen Ängste besiegen.

Das ist gut/Das ist schlecht:

Auch wenn David Lynchs Sci-Fi-Epos kein Erfolg an den Kinokassen war, so wurde „Dune“ gerade in den Jahren danach zu einem Genrekulthit. Als Vorlage diente damals wie auch heute das Magnum Opus von Fantasy- und Science-Fiction-Autor Frank Herbert. Schon damals galt sein 800 Seiten starker Roman als unverfilmbar – und doch wagte sich David Lynch dort heran, was nicht ohne Kritik blieb.

Anders als damals schafft es dieses Mal Denis Villeneuve, eine viel gradlinigere Geschichte daraus zu machen, die sich auf eine Spielzeit von stolzen 155 Minuten erstreckt. Dabei wird man prächtig durch die Villeneuve-typische visuelle gigantische und vor allem mächtige Welt von „Dune“ gezogen, die noch mal weitaus beeindruckender ist als jene im Original. Dazu kommt diese unglaublich dichte, teils düstere und schwere Atmosphäre, die erschaffen wurde.

Kein Sci-Fi-Actioner, sondern intensives und brutales Abenteuer

Dieser visuelle Traum fesselt, auch wenn das Erzähltempo zwischenzeitlich ziemlich langsam vonstattengeht. Aber „Dune“ ist eben kein Sci-Fi-Actioner, sondern ein brutales Abenteuer, das die ruhigen Phasen braucht, um sich zu entfalten. Hierbei zeigt sich auch Villeneuve brillantes Handling mit seiner Version der Geschichte, indem er geschickt die vielen Handlungsstränge miteinander zu einem großen Ganzen verwebt.

Wohlgemerkt, ohne zu verwirren oder unnötige Längen in den Film zu bringen. Ebenfalls extrem stark ist der Score zu diesem Sci-Fi-Epos von Mastermind Hans Zimmer, der vor allem die Bildgewalt prächtig unterstützt und eine extreme Intensität und Emotionalität erschafft. Nicht weniger gefällt der namhafte Cast, der wirklich bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt wurde.

Bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt

So findet sich von Rebecca Ferguson, Oscar Isaac, Josh Brolin, Stellan Skarsgård über Charlotte Rampling und Jason Momoa bis hin zu Javier Bardem eine ganze Amada an Hollywood-Stars vor der Kamera wieder. Allen voran sind es aber Timothée Chalamet als Paul Atreides sowie Dave Bautista als brutaler Harkonnen, die in besonderer Erinnerung bleiben.

Das Einzige was eher etwas unbefriedigend anmutet, auch wenn es aufgrund der Plottiefe nötig ist: Dass man „Dune“ in der Mitte geteilt hat. Denn es wird einen zweiten Teil geben – und deshalb hat man hier noch kein großes Finale, das man sich bei einem derartigen Epos wünscht. Davon abgesehen überzeugt „Dune“ aber auf ganzer Linie und bleibt vor allem noch lange nach dem Abspann im Kopf.

Fazit: Auf den Eingangsgedanken, ob das „Dune“-Remake die hohen Erwartungen erfüllen kann, kann man schlussendlich nur mit einem großen „Ja“ antworten. Denn dieser Film ist das erhoffte Sci-Fi-Epos geworden. Eines, das Denis Villeneuve zu einem bildgewaltigen Monster aufgezogen hat, das sich mit beeindruckenden Bildern in die Köpfe frisst und mit einer ganz starken Intensität sowie Atmosphäre in diese fantastische „Dune“-Welt zieht.

So geht Kino, das einfach für die große Leinwand gemacht ist. Irgendwie ist es wie eine Mischung aus „Star Wars“ und „Game of Thrones“, auch wenn „Dune“ letztendlich nichts mit beidem zu tun hat. Dieser Film ist ein echter Villeneuve, was auch bedeutet, dass der visuell bombastische Science-Fiction-Traum das Oberstübchen der Zuschauer ordentlich beansprucht.

Jetzt wünscht man sich eigentlich nur noch den zweiten Teil so schnell wie möglich herbei, um das Epos in seiner vollen Pracht feiern zu können.