‘Evil Dead’-Regisseur Fede Alvarez macht mal wieder auf sich aufmerksam und das mit einem waschechten Survival-Horror-Thriller. In diesem gilt das Motto „Nicht atmen!“, was natürlich für Menschen ein grundsätzliches Problem ist. Aber sei es drum, als Zuschauer kann man dieses Motto eh missachten. Was nicht für das im Rampenlicht stehende Trio gilt, das in diesem Streifen einen alptraumhaften Überlebenskampf ausfechten muss. Wir haben uns im Kino versteckt und zugeschaut, was denn so horrormäßig abgeht in ‘Don't Breathe’. In den folgenden Zeilen verraten wir euch, ob wir Schock-Unterhaltung bekommen haben oder ihr lieber an der sommerlichen Frischluft bleiben solltet, statt euch vor die Leinwand zu setzen.

Darum geht’s:

Alex, Money und die junge Rocky müssen beim gelegentlichen Blick auf ihre Bankkonten feststellen, dass sie keinen Grund zur Freude haben. Um nicht dauerklamm durch das Leben zu gehen, bessern sie ihr Taschengeld mit gelegentlichen Diebstählen an reichen Bürgern auf. Schließlich will das Trio nach dem nächsten größeren Ding endlich von zu Hause ausziehen und anderswo ein besseres Leben führen. Ihr letztes Opfer soll ein alter Mann sein, der nicht nur stinkreich, sondern noch dazu blind ist. Gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einbruch. Gesagt, getan und in das große Anwesen eingestiegen. Genau damit fängt der Albtraum für das junge Trio an, denn der vermeintlich harmlose Greis ist als Vietnamveteran ein finsterer Gegner, der die Jagd auf die Drei eröffnet. Zum einen hat er nichts zu verlieren und zum anderen hütet er in seiner Residenz grausige Geheimnisse. Zudem ist sein Gehör dermaßen sensibel, dass er jeden Atemzug vernimmt. Tja, in dieser wortwörtlichen Hölle auf Erden sollte man besser nicht mehr atmen …

Das ist gut:

Regisseur Fede Alvarez hatte bereits mit dem ‘Evil Dead’-Remake gezeigt, dass er ein Händchen für Horror hat. Auch wenn die Neuauflage nicht an das Original herankam. Mit ‘Don't Breathe’ folgt nach seinem Schauspieldebüt ein geiler Horrortrip, der ohne viel Blut und Geisterhaftes auskommt. In einer Art und Weise, die einen an die Leinwand tackert. Denn die Mischung aus Survival-Horror sowie Suspense-Thriller erzeugt dermaßen viel Spannung, dass man als Thrillerfan vor Freude im Kino am liebsten aufspringen würde. Dreh- und Angelpunkt des Nervenkitzels ist der furchtbar böse Blinde, der eine mitreißende Hetzjagd durch die Bude veranstaltet. Auch wenn er alt ist, so ist er doch kampferfahren und bewaffnet. Dass er dabei das Atmen seiner Beute im ganzen Haus hören kann, treibt den Nervenkitzel bis zum Siedepunkt hoch. Zudem gefallen die düsteren Szenerien vom Keller bis zum Lüftungsschacht. Hatten wir erwähnt, dass es da noch einen Bluthund im Haus gibt? Außerdem gefallen Sternchen Jane Levy sowie Dylan Minnette und Stephen Lang in ihren Rollen als Gejagte. Vergessen wollen wir auch nicht die begnadete Kameraarbeit von Kameramann Pedro Luque, der intensive, fokussierte Bilder liefert, die dem Streifen enorm viel Dynamik und Atmosphäre verleihen.

Das ist schlecht:

Wer zuvor den Trailer gesehen hat, wird erahnen können, worum es hier geht. Wer aber Geister, Übernatürliches oder ein blutiges Schlachtfest erhofft, wird dies alles in diesem Film nicht finden.

Fazit: Wir wollen an dieser Stelle nicht zu viele Worte verlieren. ‘Don't Breathe’ ist ein überragender Horrortrip ums Überleben. Ein Film, der Elemente des Survival-Horrors, Suspense sowie Thriller perfekt miteinander verbindet und das Gemisch mit brillanten Bildern garniert. Hier gibt es 90 Minuten Nervenkitzel und eine „atemberaubende“ Spannung. Zudem passt der Cast und die Atmosphäre ist herrlich beklemmend. Zwar gibt es keine Überraschungen, aber wer in den Film eintaucht und mit dem Trio mitfiebert, wird ganz sicher geilen Horror-Thrill erleben. Ein starker Streifen, der dem Genre mehr als guttut. Daumen hoch!