Unbestritten gilt Akira Kurosawas ‘Seven Samurai’ aus dem Jahre 1954 als Urvater der wilden Sieben. Die 60er-Western-Adaption von John Sturges mit ‘Die glorreichen Sieben’ ist dabei nicht weniger Kult. Nun also das Remake des Western-Klassikers von niemand Geringerem als dem renommierten Regisseur Antoine Fuqua (‘The Equalizer’). Die Neuverfilmung um sieben Revolverhelden, die sich zusammentun, um gegen eine Bande von Verbrechern zu kämpfen, fährt dabei einen erstklassigen Cast auf. Doch ob die Jungs genug Patronen beisammenhaben, um uns mit einem modernen, fetzigen Western zu unterhalten, verraten wir euch in unserer Kinokritik!

Darum geht’s:

Es geht mitten in die glorreiche Zeit des Wilden Westens. In dem Kaff Rose Creek herrscht der wenig nette Geschäftsmann Bartholomew Bogue mit seinen Vasallen. Unter deren Schreckensherrschaft wollen die Einwohner nicht mehr länger leiden. Deshalb suchen sie Hilfe von außen und finden sie in Form des gerissenen Outlaws Sam Chisolm. Er wiederum heuert sechs weitere wilde Typen an – als da wären Josh Farraday, Goodnight Robicheaux, Jack Horne, Billy Rocks, Vasquez sowie Red Harvest. Ein Haufen mutiger Kopfgeldjäger, die zusammen mit Sam die glorreichen Sieben bilden. Schnell merkt das Septett, dass der Kampf um Gerechtigkeit in Rose Creek mehr wert ist als alles Gold der Welt. Was folgt, ist ein Showdown mit den Gangstern der Stadt.

Das ist gut:

Freunde von modernisierten Western bekommen mit der Neuverfilmung Wild-West-Action, bis der Abzug des Revolvers klemmt. Das wird Actionfans erfreuen, die spannende Geschichten in den weiten Landschaften des Wilden Westens lieben. Gerade die kompromisslosen Shootouts und der bombastische, finale Showdown überzeugen. Was darüber hinaus gefällt, ist der Cast, der wie in der Vorlage multikulturell besetzt ist und die standesgemäßen Archetypen bereitstellt. Neben Denzel Washington sind auch Chris Pratt, Ethan Hawke, Peter Sarsgaard und Vincent D'Onofrio mit von der Partie. Die Charaktere der glorreichen Sieben werden dabei auch relativ gescheit vorgestellt, wobei der Schwerpunkt jedoch eindeutig auf dem Duo Washington und Pratt liegt. Trotz der aufpolierten Optik gefällt die überzeugende Western-Atmosphäre, was den Streifen letztendlich zu rundem Wild-West-Unterhaltungskino macht.

Das ist schlecht:

Auch wenn der Cast hier richtig zulangt, reicht der Streifen am Ende nicht an die 60er-Jahre-Version (mit Steve McQueen, Charles Bronson, Horst Buchholz, Robert Vaughn, Brad Dexter und James Coburn) heran, die ungeschlagen bleibt. Zudem gibt es hier recht wenig Tiefgang innerhalb der Handlung. Wer zudem nach innovativen Ideen sucht, wie zum Beispiel bei den Tarantino-Streifen, der wird in diesem grundsoliden, klassischen Western nicht fündig.

Fazit: Die Trailer ließen vermuten, was der Film im Kino bestätigt. ‘Die glorreichen Sieben’ rauschen hoch zu Ross über die Leinwand und feuern Hochglanz-Wild-West-Action ab, unterfüttert mit einer Prise Humor und einem starken Cast. Ein Popcorn-Western, der ohne Zweifel krachende 123 Minuten Zeitvertreib bietet. Im direkten Vergleich mit der US-Version aus den 60er Jahren verliert die Neuverfilmung allerdings, da ihm doch die Tiefe sowie die Authentizität fehlen. Doch das schmälert nicht den hochgradigen Unterhaltungswert dieser fulminanten Western-Action. Im Kino erwartet euch daher ein fetziges Dauerfeuer mit coolen Charakteren. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!