David Leitch und Chad Stahelski sind eigentlich nur als Stuntprofis bekannt. Colts für alle Fälle quasi. Das die beiden Jungs aber weit mehr können als sich von Hochhäusern zu stürzen oder sich von Autos überfahren zu lassen, wollen sie mit diesem Rachethriller beweisen. Es ist nämlich ihr Regiedebüt, für das sie einige namenhafte Schauspieler wie Keanu Reeves, Willem Dafoe oder Michael Nyqvist gewinnen konnten. Doch hat es das Duo wirklich drauf, mit 'John Wick' einen konkurrenzfähigen Actionstreifen mit viel Thrill anzubieten? Wir haben uns die Sache näher angesehen und verraten euch, ob es der Streifen wert ist, einen Teil seiner Lebenszeit zu opfern.

Darum geht’s:

John Wick galt früher als einer der besten Auftragskiller des Landes. Doch mittlerweile hat er sich in den Ruhestand begeben und lebt ein ruhiges Leben in einer amerikanischen Vorstadt, gemeinsam mit seiner Frau samt Hund. Nach dem Tod seiner Gattin verfällt Wick in tiefe Trauer. Als dann auch noch drei russische Gangster in sein Haus einbrechen und seinen treuen, vierpfotigen Gefährten töten, brennen bei John die Sicherungen durch. Schnell wird er wieder von seiner Vergangenheit eingeholt, als er sich auf den Weg macht, die drei Einbrecher zur Rechenschaft zu ziehen. Mit diesem Vorhaben tritt er jedoch auch in ein Wespennest aus finsteren Verbrechern, alten Weggefährten sowie Ex-Bossen, die allesamt ausschließlich mit Waffen statt Worten sprechen. Allerdings haben die bösen Kerle rund um den russischen Mafiapaten Viggo Tarasof nicht die Rechnung mit Wick und seinem blutigen Rachefeldzug gemacht, der über sie wie ein Blitz hereinbricht.

Das ist gut:

Wer glaubt, Keanu Reeves' Karriere sei nach dem Erfolgsmonster 'Matrix' endgültig im Abfluss Hollywoods gelandet, der wird mit 'John Wick' eines besseren belehrt. In diesem echt stylishen Actionthriller gehört Reeves Schauspielleistung nämlich zu einem der Highlights des Films. Die Rolle des supercoolen Mafiakillers ist ihm wie auf den Leib geschneidert. Ein weiteres Lob geht an die Regiedebüttanten Chad Stahelski sowie David Leitch, die hier furiose Action aus allen Löchern abfeuern. Ebenso imposant wird in „John Wick“ eine Gewaltorgie allererster Güte abgefeiert, die das eine oder andere Mal eure Kinnlade auf den versifften Kinoboden sacken lässt. Ihr bekommt atemberaubende Stunts, allerhand geile Karren und herrlich skurrile Charaktere geboten. Obendrein besitzt der Streifen ein unglaublich hohes Tempo, das euch wie ein D-Zug mit Raketenantrieb überrollt. Außerdem besitzt dieses Racheepos eine unvergleichlich, innovative Optik, die überaus beeindruckt. Das hat wirklich Style und gibt dem Film schlussendlich den passenden Rahmen.

Das ist schlecht:

Das Manko an dem Blockbuster ist leider die echt bescheidene Story. Ja, wir mögen auch Tiere und wären ebenso wütend, wenn jemand unser geliebtes Haustier über den Jordan schickt. Aber deshalb starten wir ja noch keinen Amoklauf mit Pauken und Trompeten. John Wick ist da definitiv anders gestrickt. Auf der anderen Seite ist der Plot in solch einem Actionstreifen eh so uninteressant wie die eigene Freundin beim Besuch in der Tabledance-Bar.

„John Wick“ ist ein echt guter Rachethriller geworden, in dem der Fokus keinesfalls auf der Story liegt. Das ist nicht weiter schlimm, da die Action hier alles und jeden zur Seite bombt. Der Streifen überzeugt mit seinem hohen Tempo, sowohl mit heißblütigen Kampfszenen als auch nüchterner Härte. Mittendrin: Keanu Reeves, der in den Actionmodus geschaltet hat und mit diesem Film nach jahrelanger Mittelmäßigkeit wieder zur Höchstform aufläuft. Das Ganze wird mit einer krassen Optik garniert, die mit düsterer, stahlblauer Kälte eine geile Stimmung schafft. Deshalb legen wir euch diesen tollen Streifen echt ans Herz, denn hier gibt es Badass-Action cool wie Eis mit Potenzial zum Blockbuster-Hit!