Ohne Zweifel – die Wiederkehr der beliebtesten Superheldentruppe der Welt gehört zu den Kinohighlights im Jahr 2015. Allerdings nicht für hunderte Kinos in Deutschland, die aufgrund veränderter Vertragsbedingungen des Filmverleihs den Start von 'Avengers 2 - Age Of Ultron' boykottieren. Dies nur zur Info am Rande. Zurück zu Joss Whedon und seinem neuen Marvel-Werk: Die Fortsetzung des Superheldenspektakels hat sich jedenfalls vorgenommen, den exorbitant erfolgreichen Vorgänger zu schlagen. Eine mutige Mission, die gelingen könnte. Denn 'Age Of Ultron' baut sich zu einem echten Actionmonster unter den Comicverfilmungen auf und wir sagen euch, wie dieses Ungetüm euch in den Kinosessel drücken wird … vorausgesetzt, euer örtlicher Kinobetreiber feiert mit!

Darum geht’s:

Nachdem Loki in 'Marvel's The Avengers' gewütet und die Erde bedroht hatte, haben sich die Avengers zu einer Einsatztruppe zusammengeschlossen, um den Frieden zu bewahren. Tony Stark kommt dabei als technikbesessenem Freak die ultimative Idee zum Schutz der Erde – Ultron, eine künstliche Intelligenz! Doch der ganze Spaß geht vollkommen in die Hose, als sich Ultron in einem Stark-Anzug selbstständig macht. Noch schlimmer, Ultron kommt die fixe Idee, dass nur Frieden herrschen kann, wenn zuerst alle Avengers ausgelöscht sind und im Anschluss daran alle menschlichen Geschöpfe. Na herzlichen Glückwunsch, dieses Schlamassel müssen die Superhelden nun natürlich ausbaden und das wird kein Spaziergang, denn Ultron ist mächtig!

Das ist gut:

Joss Whedon macht sich als Avengers-Wiederholungstäter auf dem Regiestuhl wirklich gut und lässt ein wortwörtliches Action-Feuerwerk über dem Zuschauer explodieren. Nonstop wird nun Superhelfenspektakel über den gesamten Globus verteilt, das den Streifen durch die vielen unterschiedlichen Szenerien überaus abwechslungsreich macht. Dennoch sind es wieder die einzelnen Figuren, die auch diesem Nachfolger die Kronen aufsetzen. Denn trotz all der Action vergisst Whedon nicht, Hintergründe und Persönliches zu den Helden mit einfließen zu lassen. Das vermischt mit dem typischen Marvel-Humor, macht aus 'Age of Ultron' eine Actiongranate, die nicht seelenlos oder stumpfsinnig daherkommt. Gerade die eingeflossenen Themen wie die Angst vor Terror, Kontroll- und Schöpferwahn geben dem Streifen eine gewisse Tiefe. Richtig gut gefallen natürlich einmal mehr die krassen Effekte, aber auch die pointierten Zeitlupen, die den jeweiligen Szenen etwas Episches verleihen. Außerdem ist es gelungen, die beiden neuen Charaktere Quicksilver (Aaron Taylor-Johnson) und Scarlet Witch (Elisabeth Olsen) geschmeidig einzubinden.

Das ist schlecht:

Wenn man bedenkt, dass die Urfassung von 'Age of Ultron' krasse drei Stunden an Spielzeit auf die Uhr brachte, könnte man denken, dass bei den übriggebliebenen 141 Minuten nur noch ein Story-Gerippe daniederliegt. Dem ist nicht so, aber genau hier liegt der Hase irgendwo im Pfeffer. Denn in der Fortsetzung wird viel Zeit dafür verwendet, auf die Charaktere einzugehen. Das nie langweilig, wer aber 141 Minuten Superhelfen-Dauerfeuer erwartet, könntet etwas grummelig das Kino verlassen. Das dürften allerdings nicht viele sein.

Dies wird mit Abstand das kürzeste Fazit, das wir jemals gebracht haben. Wieso? Weil sich Joss Whedon mit 'Avengers: Age of Ultron' selbst übertrifft und ein übermächtiges Superheldenmonster erschaffen hat, das mit viel Herz, Details, Humor und hammermäßiger Action den Popcorn-Unterhaltungswert auf über 100 Prozent ankurbelt! Ein, zwei, drei … lasst das Monster los!