Herzlich Willkommen beim großmäuligsten und verrücktesten Söldner-Psycho im Marvel-Kosmos. Wenn es nach Deadpool selbst ginge, dann ohne Frage im ganzen Comicuniversum! Fans des psychotischen Antihelden bekommen nun diesen extravaganten Krawallcharakter erstmalig im Kino zu sehen und das verkörpert durch Ryan Reynolds. Wobei, einen Miniauftritt hatte Reynolds als Deadpool bereits in 'X-Men Origins: Wolverine'. Auch wenn das viele Fans eher kritisch beäugten. Sei es drum, nach dem eher „netten“ 'Green Lantern' hat Reynolds nun die Chance vollends abzureißen. Doch ist der irre Ritt mit dem Psychopaten wirklich brutal-blutige Unterhaltung geworden? Ein Film, in dem mit durchgeknallten Szenen, verschroben Charakteren, fetter Action und natürlich bitterbösem Humor nur so um sich geschlagen wird? Das verraten wir euch in den kommenden Zeilen.

Darum geht’s:
Der ehemalige Special Force Soldat Wade Wilson ist dem Tod geweiht. Er leidet an Krebs, dessen Metastasen bereits Lunge und Gehirn zerfressen haben. Doch die mysteriöse Organisation „Weapon X“ tritt an Wilson heran und macht ihm ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Er soll an einem Experiment teilnehmen, das aus ihm einen Supersoldaten macht. Der positive Effekt: Dadurch würde sein Krebs vollständig geheilt werden. Gesagt, getan – doch nach dem Eingriff muss er erschrocken feststellen, dass das Experiment ihn entstellt hat. Mehr noch, die irreparablen Schäden an seinem Hirn machen sich bemerkbar und Wilson ist kurz davor, seinen Verstand zu verlieren. Als wenn das nicht genug wäre, findet er auch noch heraus, dass die Organisation mit ihm alles andere als gute Ziele verfolgt. Das einzig Gute, nach der ganzen Tortur besitzt Wilson nun übernatürliche Selbstheilungskräfte, die Wunden aller Art im Turbomodus heilen. Was also tun? Wilson wagt die Flucht und nimmt sein Alter Ego „Deadpool“ an. Was folgt, ist ein erbitterter Rachefeldzug, bei dem ihm die X-Men Negasonic Teenage Warhead und Colossus zur Seite stehen. Außerdem steht bei all dem Chaos noch die Rettung von Wades entführter Freundin auf der To-do-Liste.



Das ist gut:
Ein wahnsinniger, so gut wie unsterblicher, mit Samuraischwertern sowie Wummen ausgestatteter und mit außerordentlich loser Zunge speiender Antiheld, wie ihn die Fans der Comics lieben – das ist Deadpool 2016. Da wo er auftaucht, wird alles ins Chaos gestürzt. Dieses Chaos findet auch in seinem Hirn statt. Er will Gutes tun, beschwört aber immer auch das Böse herauf. Das ist Deadpool allerdings egal, solange er die große Bühne findet, seinen derben Humor auszuleben. Ja, das und mehr gibt es alles in diesem Hollywood-Blockbuster zu sehen, der mit Tempo 100 über die Leinwand brettert. Action gibt es am Fließband, ebenso wie den erhofft derbsten schwarzen Humor mit reichlich Bullshit-Gags – im positiven Sinne. Das muss man mögen und feiern, denn diese Superheldenverfilmung geht diesbezüglich in die Vollen. Zudem mit reichlich Brutalität, schließlich muss Deadpool ja den King-Titel als Mr. Headshot verteidigen. Was bei allem jedoch richtig gut gefällt, ist, dass der Film es schafft, die Vierte Wand zu durchbrechen!

Das ist schlecht:
Schlecht ist all das, was wir in den Zeilen zuvor gesagt haben, für alle, die nicht mit derart überzogenen und derben Streifen klarkommen. Ansonsten bleibt als Kritikpunkt eigentlich nur der Oberbösewicht dieses Streifens zu bemängeln, dem man durchaus mehr „Wumms“ hätte verpassen können – so bleibt er im Vergleich zu Deadpool doch recht blass.

Fazit: Das Regiedebüt von Tim Miller ist ein Film von Fans für Fans! Das ist so sicher, wie Deadpool geisteskrank ist. Besonders lobenswert ist hierbei, dass man sich in Bezug auf den Charakter Deadpools sehr nah an den Comics bewegt. Ansonsten gibt es plottechnisch Standardkost in Form eines Rachetrips und der holden Maid, die es zu retten gilt. Das ist aber auch nicht weiter wichtig. Denn dieser Streifen ist in jeder Sekunde ein Hollywood-Blockbuster, geniales Popcorn-Kino mit einem Spaßfaktor im obersten Bereich. Ganz klar, wer sowohl die irre Figur als auch (ihre) Comics mag, wird diesen Marvel-Streifen lieben. Einfach ein explosives Gemisch aus vulgär schwarzem Humor, Derbheit, einer Überdosis Selbstironie, Wahnsinn und Chaos-Action! Feuer frei!