Es ist so weit, das heiß erwartete Sequel des Found-Footage-Horrorklassikers ist da. Einmal mehr will euch die böse Hexe von Blair im Kino einen kalten Schauer und Gänsehaut verpassen. Damit das auch funktioniert, hat sich Regisseur Adam Wingard (‘You're Next’, ‘V/H/S’) alle Mühe gegeben, eine gescheite Fortsetzung zu inszenieren, die euch ähnlichen Wald-Horror wie in ‘The Blair Witch Project’ bringen soll. Bereits die Trailer zeigten, dass es 20 Jahre nach dem Original immer noch herrlich gruslig sein kann, wenn man die Handkamera in die Hand nimmt. Und generell stehen die Vorzeichen nicht schlecht, dass ‘Blair Witch’ es deutlich besser macht als die erste Fortsetzung ‘Blair Witch 2’ aus dem Jahre 2000. Um das herauszufinden, haben auch wir uns in den Wald der Hexe von Blair begeben und verraten euch, ob wir seitdem keinen Bock mehr haben auf einen Waldspaziergang oder Camping im Gehölz.

Darum geht’s:

Im Sequel macht sich James mit ein paar Freunden auf in den mysteriösen Wald, wo die Legende der Hexe von Blair immer noch herumgeistert. Jedoch nicht aus Abenteuerlust, sondern weil James der Bruder der vor 20 Jahren spurlos verschwundenen Heather ist. Ihr wisst schon, das Mädchen, das sich im Vorgänger weinend die Taschenlampe ins Gesicht gehalten hat. James will endlich die Wahrheit über die Legende und das Verschwinden seiner Schwester herausfinden. Ursprung des Ganzen ist dabei ein erschreckendes Video, das James erhalten hat. Und das zeigt mit seinen unscharfen Waldaufnahmen James Schwester. Da bleibt ihm ja als liebender Bruder nichts anderes übrig, als an diesen verwunschenen Ort zu reisen. Doch wie damals schon gibt es nichts zu Lachen im Wald der Blair-Hexe.

Das ist gut:

Eine einfache Story inklusive gruseligem Setting mit dem Hype um das Original und die Basis ist gelegt. Dazu das herrliche Spiel mit den Urängsten sowie dem Unheimlichen, noch ein paar geile Schocker dazu – und fertig ist das Horrorhaus für einen gruseligen Kinobesuch. Genau das bietet euch ‘Blair Witch’, ohne dabei das Genrerad neu zu erfinden. Gut gemachter Found-Footage-Horror, der genau das abliefert, was wohl jeder von diesem Film erwartet. Vor allem, wenn man das Original ‘The Blair Witch Projekt’ als Grundlage nimmt. Was überzeugt ist, dass man mit weitestgehend unbekannten Schauspielern gearbeitet hat, ähnlich wie damals. Das gibt dem Ganzen mehr Dynamik und Frische, weil man ohne Erwartungshaltung an den Cast geht. Passend umgesetzt ist auch der technische Fortschritt mit den Jahren in Bezug auf die Kameras, die zum Einsatz kommen. Da ist von der Mini-Kamera am Ohr bis zur Drohne alles dabei und verleiht dem Hexen-Szenario verschiedene Perspektiven. Der Technik-Kniff sorgt für geile Schockbilder, die dem Film das i-Tüpfelchen aufsetzen. Was zu guter Letzt noch gefällt, ist die generell gute Dosierung von Jumpscares, sodass man sich nicht ständig die Ohren zuhalten muss.

Das ist schlecht:

Wer ein blutiges Schlachtfest in Form eines Slashers erwartet, wird hier gähnend zurückgelassen. Es ist Grusel-Horror, der eher auf Schocks und Bedrohung setzt als auf abgetrennte Körperteile.

Fazit: Es ist selten der Fall, dass Fortsetzungen auch nur ansatzweise an die Originale rankommen. Aber mit ‘Blair Witch’ hat man den richtigen Weg eingeschlagen, um am Ende ein tolles Sequel zu präsentieren. Moderner Found-Footage-Horror, dem trotzdem das Flair des Originals innewohnt. Richtig gut sind zudem das bedrohliche Szenario sowie das Spiel mit den Urängsten wie der Dunkelheit. Das funktioniert prächtig mit einem erfrischenden Cast. Auch der Showdown passt, die Schocks sitzen und mit reichlich Gruselstimmung kann man sich auf einen geilen Horror-Abend freuen. Somit können wir ohne Zweifel sagen, dass die Hexe Blair auch 20 Jahre später noch schön begruseln kann! Ergo: Ein lohnenswerter Gang ins Kino für Genrefreunde, denen danach ganz sicher die Lust auf einen Waldspaziergang vergehen wird!