Da ist es endlich, das heiß erwartete Sequel des 80er Kultfilms. Anstatt Ridley Scott gibt nun Regisseur Denis Villeneuve die Marschrichtung vor. Dass er stimmige Thriller und atmosphärisch dichtes Kino kann, bewies er bereits mit Filmen wie „Prisoners“, „Enemy“, „Sicario“ oder zuletzt mit „Arrival“. Nun also „Blade Runner 2049“, dem Fans des Klassikers und generell wohl jeder Science-Fiction-Freund mit überschwänglicher Vorfreude entgegensehen. Da ist ein gewisser Druck vorhanden, vor allem mit Blick auf dieses in allen Belangen inspirierende Original, das zu einem Meilenstein der Filmgeschichte wurde. Wird es also abermals einen derartig bildgewaltigen atmosphärischen Neo-Noir-Thriller geben? Zumindest ist Harrison Ford wieder als Rick Deckard mit an Bord, der von Ryan Gosling als Hauptdarsteller des Sequels Verstärkung bekommt. Wir sind mit dem potenziellen futuristischen Spektakel in die Zukunft gereist und verraten euch, ob „Blade Runner“ auch im Jahr 2049 überzeugen kann.

Darum geht’s:

30 Jahre nach den Ereignissen im Los Angeles des Jahres 2019 fördert ein neuer Blade Runner, der engagierte LAPD-Polizeibeamte K (Ryan Gosling), ein lange unter Verschluss gehaltenes Geheimnis zu Tage. Dieses besitzt das Potenzial, die noch vorhandenen gesellschaftlichen Strukturen des dystopischen Molochs ins Chaos zu stürzen. Die Entdeckungen von K führen ihn auf die Suche nach dem untergetauchten, offiziell längst für tot erklärten Rick Deckard (Harrison Ford), der selbst jahrelang als LAPD-Blade-Runner unterwegs war. Gemeinsam könnten sie dafür sorgen, dass die Ordnung im System wiederhergestellt und die Menschheit gerettet wird.

Das ist gut:

In Übersee wurde „Blade Runner 2049“ bereits über die Maßen abgefeiert. Nachdem wir nach satten 165 Minuten das Kino verlassen haben, können wir uns unserer Begeisterung an dieser Stelle freien Lauf lassen. Fest steht, man hätte keinen besseren Regisseur als Denis Villeneuve für diese Fortsetzung finden können. Denn er versteht es auch hier, eine einzigartige, alles umschlingende Atmosphäre aufzubauen, die einem auch weit nach dem Film im Kopf schwirrt. „Blade Runner 2049“ ist ein wahres Sci-Fi-Monster geworden, das in jeder Sekunde besten Cyberpunk bietet. Diese Bilder im Kopf, die Villeneuve erschaffen hat – Wahnsinn. Dass es die Fortsetzung schafft, den Geist des Originals aufzugreifen, kann man nicht hoch genug loben. Doch auch der Plot fällt positiv ins Gewicht. Zeichnet er die Figuren doch noch besser als im Original und geht zudem noch intensiver auf das Thema der menschlichen Existenz ein. Villeneuve versteht es, reichlich Storywendungen einzubauen, die die Emotionsschiene noch mal richtig nach oben hieven.

Dass der Film nur Stück für Stück Inhaltliches offenbart, um Geschehnisse zu erklären, gefällt ebenso. Trotz der langen Spielzeit gibt es keine Längen und die Spannung wird hochgehalten. Dass dem so ist, liegt wie eingangs bereits angeschnitten an seiner unfassbaren Visualität – mit düsteren, beklemmenden Szenerien in einer unfassbaren Cyberpunk-Welt, die eine hervorragende Authentizität vermittelt. Das ist mit das Beste, wenn nicht sogar das Beste, was man bis dato im Kino zu sehen bekommen hat. Diese Bildgewalt ist ohne Frage das Herz des Blade-Runner-Nachfolgers. Aber das muss man einfach selbst sehen, weil man es niemals präzise in Worte fassen kann, welch berauschende Optik einen hier erwartet. Da der Cast mit Ryan Gosling in der Hauptrolle, Harrison Ford sowie Ana de Armas, Carla Juri, Robin Wright, Jared Leto oder Dave Bautista virtuos gewählt ist, gib es auch hier nichts zu kritisieren. Dass die Action übrigens nur marginal Einzug hält, ist dem Film nur dienlich, wird so doch der Fokus auf die Welt und ihre Figuren sowie die Handlung gelegt.

Das ist schlecht:

Wer einen Action-Sci-Fi-Streifen erwartet, sollte einen weiten Bogen um den Film machen. Auch wer mit der Art von Denis Villeneuves Filmemachen nicht klarkommt, sollte gleiches tun. Gerade, weil Villeneuve auch hier mit einer tiefschürfenden Handlung aufwartet, in die man sich reinbeißen muss, um all ihre Hinweise und Querverweise zu erkennen.

Fazit: Fassen wir uns kurz: „Blade Runner 2049“ ist ein brillantes Filmerlebnis. Ein Meisterwerk, das vor allem atmosphärisch und optisch den originalen Meilenstein noch mal toppt. Ein Must-see für jeden Fan von Cyberpunk, Noir-Thrillern und futuristischer Bildgewalt. Mehr muss dazu nicht gesagt werden – einfach ansehen, Hirn einschalten und in eine fantastische Welt abtauchen!