Science-Fiction-Streifen mit guten und bösen Aliens, davon gibt es allerhand. Und doch bleibt stets die Faszination gegenüber außerirdischem Leben. ‘Arrival’ befasst sich intensiv mit der Begegnung zwischen Menschen und Aliens. Das Thema allein bringt schon einiges an Neugier mit sich, weshalb wir uns natürlich direkt ins Kino begeben haben. Schließlich wollten wir dabei sein, wenn Stars wie Amy Adams, Jeremy Renner und Forest Whitaker die Begegnung mit der dritten Art machen. Da Denis Villeneuve hier die Regie übernommen hat, kann man davon ausgehen, dass dies ein sehr unterhaltsames, intensives und vor allem spannendes Unterfangen werden kann. Schließlich hat Villeneuve mit seinen letzten drei Filmen ‘Prisoners’, ‘Enemy’ sowie ‘Sicario’ eindeutig bewiesen, dass er die Gratwanderung zwischen Thrill, Drama und Kopfkino bestens beherrscht!

Darum geht’s:

Ein überraschendes Ereignis verändert die Welt schlagartig und vor allem für immer. Denn nachdem zwölf riesige Raumschiffe zeitgleich in unterschiedlichen Regionen der Welt gelandet sind, ist die Menschheit in Aufruhr. Wer oder was sind die interstellaren Besucher? Was wollen sie? Sind sie eine Gefahr oder nur nette Gäste? Ein Rätsel! Jetzt ist guter Rat teuer. Auch, um eine internationale Paranoia zu verhindern, oder gar einen Krieg. Deshalb wird ein Elite-Team um die Linguistin Louise Banks und den Mathematiker Ian Donnelly zusammengestellt, das im Auftrag des Militärs den ersten Kontakt herstellen soll. Allerdings bleiben erste Versuche ohne Erfolg und das Streben nach Antworten wird schnell zum Rennen gegen die Zeit für die gesamte Erdbevölkerung. Schließlich ist bekannt, dass die Militärs alles andere als geduldige Zeitgenossen sind, wenn sie sich bedroht fühlen.

Das ist gut:

Vorrangig gefällt, dass man hier einen Alien-Film zu sehen bekommt, in dem es nicht um spektakuläre Action geht, bei der sich Menschen und Außerirdische eine epochale Schlacht liefern. ‘Arrival’ ist beileibe kein ‘Independence Day’ und das ist auch gut so. Es ist definitiv ein mitreißendes Drama, das mächtig Spannung aufbaut und sich auch nicht zu schade ist, politische wie philosophische Fragen anzureißen. Das alles aber nicht in einer Art und Weise, dass der Film zu verkopft daherkommt, was viele Zuschauer eher abschrecken würde. Nein, derlei Dinge sind intelligent in die Story eingeflochten, ohne Längen aufzubauen. Die Inszenierung dieser außergewöhnlichen Geschichte zieht einen tief hinein in diesen Film. Einen Teil tragen dazu auch die eindringlichen Schauspielleistungen von Amy Adams sowie Jeremy Renner bei. Ganz stark ist indes auch das Spiel mit den Erwartungen und Emotionen der Zuschauer, das Denis Villeneuve einfach perfekt beherrscht. Darüber hinaus baut der Film eine extrem dichte Atmosphäre auf mit meist unterkühlten Bildern und langen Einstellungen. Richtig stark!

Das ist schlecht:

Ganz ehrlich, an diesem Film gibt es nichts Schlechtes. Gut, man kann über den philosophischen Teil herziehen, da er am Ende des Tages doch etwas plakativ ist. Man kann es aber auch lassen. Wichtig hingegen ist: Wer einen typischen Hollywood-Action-Blockbuster sehen will, bei dem alle Nase lang irgendwas in die Luft fliegt, ist hier komplett falsch!

Fazit: Applaus, Applaus für ‘Arrival’! Ein stiller, intensiver Science-Fiction-Streifen, der gänzlich ohne Boom-Boom-Action auskommt. Spannung gibt es dennoch und das bis zum Grande Finale in diesem intelligent inszenierten Film mit einem tollen Plot. Die Bildsprache ist dabei echt beeindruckend und die Atmosphäre wie ein Magnet. Das ist wirklich Scifi-Kino auf hohem Niveau. Etwas mit und für das Köpfchen der Zuschauer. Das alles ist dermaßen fesselnd inszeniert, dass man in den rund zwei Stunden bestens unterhalten wird. Trotz der Starbesetzung ist dies sicher einer der besten Scifi-Streifen der letzten Jahre und gehört mit zu den faszinierendsten und stärksten Filmen abseits des Popcornkinos 2016!