Das Rauchen. Kein Tag ohne neue Hiobsbotschaft für all jene, die sich gerne einen Glimmstängel gönnen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist überzeugt, dass Filme einer der Haupteinflussfaktoren sind, um Kinder und Jugendliche zum Rauchen zu verleiten. Schließlich erlebten viele junge Menschen ihre Idole auf der Leinwand, wie diese sich lässig eine Kippe in den Mund stecken. Um ihre These zu stützen, hat die WHO Studien angestrengt.

5000 britische Jugendliche im Alter von 15 Jahren wurden nach ihrem Rauchverhalten gefragt. Jene Heranwachsenden, die sich viele Filme mit Raucher-Szenen angesehen hatten, wiesen eine um 73 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit auf, schon mal Zigaretten probiert zu haben, als die, die nur wenige Filme mit Rauchern gesehen hatten. Auch Vergleiche mit US-Studien und solchen aus Kanada und Norwegen erbrachten ähnliche Resultate.

Demnach hätten rauchende Schauspieler mehr Einfluss auf die Zigaretten-Umsätze als die Werbung für das Rauchen. Angeblich soll die Tabakindustrie den Filmfirmen sogar Gelder zuschanzen, wenn diese ab und zu rauchende Darsteller in ihren Werken zeigen. Nach der Logik der WHO kann es auf diese Situation nur eine Antwort geben: Eine Altersbeschränkung ab 18 für Filme, die rauchende Menschen zeigten. Dies würde Kindern und Jugendlichen zugleich auch weitere schädliche Elemente vorenthalten: etwa Gewalt und Nacktheit…

Hollywood moniert, dass das Rauchen zum Stil der Charaktere gehöre und deren Persönlichkeit unterstreichen könne – man denke etwa an James Dean. Die Frage muss erlaubt sein, warum die Verantwortung der Eltern für das Rauchverhalten aus solchen Erwägungen herausgehalten wird?

Quelle: tvspielfilm.de