Alfonso Cuarón ist vor allem für seine Filme „Harry Potter und Der Gefangene von Askaban“ sowie „Children of Men“ bekannt. Das liegt allerdings ewig und drei Tage zurück. Das wiederum ist darauf zurückzuführen, dass der Regisseur in den vergangenen Jahren an seinem Großprojekt „Gravity“ saß. Ein Weltraumstreifen, der im Vorfeld mit vielen Unstimmigkeiten klarkommen musste. Neben den damals nicht vorhandenen technischen Voraussetzungen für die Umsetzung traten zum Ende hin Probleme mit der finalen Besetzung auf. Schließlich fiel die Wahl auf George Clooney und Sandra Bullock, die als Mann-/Frau-Duo diesen 80 Millionen Dollar teuren Weltraum-Thriller auf die Empore hieven sollen. Ob dies gelungen ist, oder sich „Gravity“ seiner Schwerkraft ergeben muss und in die Weiten des Nichts entschwindet, haben wir für euch in Erfahrung gebracht.

Darum geht’s:

Das Space-Shuttle „Explorer“ macht sich von der Erde aus auf den Weg zum Weltraumteleskop Hubble. Dort soll ein neues Scan-System angebracht werden, um dessen Installation sich Ingenieurin Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) kümmern soll. Der Raumanzugnovizin ist ihr erster Trip ins All jedoch deutlich anzumerken. Zum fünfköpfigen Astronautenteam gehört auch Matt Kowalski (George Clooney), ein alter Hase, der kurz vor dem Ruhestand steht. Eigentlich ist es eine Routinemission, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als sich alles auf Links dreht. Denn ein anderer Satellit verunglückt über dem Blauen Planten und dessen Schrotteile rasen auf die „Explorer“ zu. Sie schlagen dann auch kurz darauf in die Raumfähre ein und töten dabei drei Astronauten. Die beiden Überlebenden sind Stone und Kowalski, die zu diesem Zeitpunkt auf Außenmission waren und nun nur durch ihre Anzüge geschützt hilflos im All herumtreiben. Da der Kontakt zum Space-Center in Houston abgebrochen ist, ist das Duo auf sich alleine gestellt. Was also tun? Schließlich hält ihr Sauerstoffvorrat nicht ewig.

Das ist gut:

„Gravity“ stellt nach „Avatar“ die beeindruckendsten 3D-Effekte, die man bis dato im Kino zu sehen bekam. Besonders der endlose Raum der kosmischen Weiten gewinnt durch die Dreidimensionalität unglaublich an Intensität und lässt wirklich die Kinnlade gegen den stoffüberzogenen Boden des Kinosaales knallen. Wahnsinn! Diese kunstvoll aufgebaute Atmosphäre hat man einfach nicht erwartet. Und diese füllen Sandra Bullock und George Clooney mit einer oscarreifen Schauspielleistung komplett aus. Hier passt einfach alles, angefangen von der Kameraarbeit, Plot, Technik, Musik sowie Bild bis hin zum Ton. Hinzu kommt der Spannungsaufbau, der einfach überragend ist – der Film startet gemütlich, aber immer mit einem gewissen unbehaglichen Bauchgefühl und steigert sich am Ende zu einem Spannungsmonster. Auch die emotionale Seite wird perfekt bedient, leidet und hofft man doch mit beiden Schauspielern durchgängig mit. Hut ab, Mr. Cuarón!

Das ist schlecht:

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Wer hätte das gedacht? „Gravity“ überrascht auf ganzer Linie und mutiert zu einem echten Meisterwerk. Was Alfonso Cuarón hier als Regisseur und Drehbuchautor auf den Zuschauer loslässt, ist einfach atemberaubend. Ein Weltraum-Thriller, der mit Spannung spielt, fesselt und emotional auf mehreren Ebenen berührt. Ein Katastrophenszenario, das das Publikum mitreißt, und zwar von der ersten Sekunde an. Hinzu kommen die beeindruckende 3D-Technik als auch der Verzicht auf Hintergrundgeräusche im All – ein Zugang, der aber durch die perfekte Filmmusik aufgebrochen wird. Ein Film über Isolation, Hoffnungslosigkeit und Furcht, die Sandra Bullock und George Clooney brillant vermitteln. Einer der intensivsten und visuell ergreifenden Kinostreifen in diesem Jahr mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“!