Der König unter den japanischen Filmmonstern ist wieder auferstanden. Nach 28 Filmen zwischen 1954 und 2004 kehrt Godzilla wieder auf die Leinwand zurück. Diesmal für das westliche Publikum als Blockbuster produziert, war die Erwartungshaltung vor allem unter den Fans der Originale extrem hoch. Zumal die Trailer ein echtes Monster-Highlight vermuten ließen. Als Vorlage diente Regisseur Gareth Edwards („Monsters“) das Drehbuch von Max Borenstein sowie die Story von David Callaham nach der Figur „Godzilla“, die einst im Haus der Rechteinhaber TOHO CO., LTD entstand. Nun, die Voraussetzungen für einen monstermäßigen Streifen stehen, fragt sich, was daraus in den 123 Kinominuten gemacht wurde. Ein echter Godzilla oder nur eine andere Form von „Jurassic Park“? Wir wissen die Antwort!

Darum geht’s:

Joe Brody (Bryan Cranston) arbeitet mit seiner Frau in einem japanischen Atomkraftwerk, als es einen tödlichen Zwischenfall gibt. Jahre später ist der wahre Grund des Unfalls weiter unter Verschluss und das damals verseuchte Areal abgeschottet. Doch was hat das Unglück wirklich ausgelöst? Klar ist, dass eine noch größere Katastrophe über die gesamte Welt hereinbricht. Und mittendrin ein gigantisches Monster, das fröhlich stampfend auf die USA zusteuert. Doch ist dieses Ungetüm wirklich die wahre Geißel der Menschheit, oder ist der Gigant sogar ihr Retter? Jedenfalls liegt der Fokus erst einmal auf Godzilla, den man zu bekämpfen versucht. Allen voran Brodys Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson). Es beginnt für alle Beteiligten ein Wettlauf gegen die Zeit. Um die halbe Welt und um die Erhaltung der Menschheit.

Das ist gut:

Godzilla fällt zuerst einmal durch seine heftige Bildgewalt auf: mit beeindruckenden Kulissen, grandiosen Effekten, tollen Animationen als auch dem sauguten Sound. Das Ganze funktioniert natürlich in 3D prächtig. Hinzu kommt die gute Besetzung, aus der besonders die Jungdarsteller Aaron Taylor-Johnson und Elizabeth Olsen herausstechen. Den eigentlichen Star, Godzilla, vermisst man über weite Strecken, da seine Auftritte rar gesät sind. Aber wenn der König seinen Auftritt hat, dann wird es episch und er presst den Zuschauer mit seinem Brüllen und Hyperstrahl in den Kinosessel, während er nebenher eine Schneise der Verwüstung zieht. Herrlich! Die Geschichte ist zwar nicht der Kracher, aber immerhin sorgt sie für einen gescheiten Spannungsbogen. Außerdem besitzt der 2014er Godzilla zu 100 Prozent den Charme der Originale. Auch die Atmosphäre reicht ohne Zweifel an die der japanischen Vorlagen heran. Toll!

Das ist schlecht:

Die Geschichte an sich ist dabei eher semigeil, liegt der Fokus zu sehr auf den Gegnern des Titelhelden. Auch ist die Handlung etwas arg dünn geraten. Wobei das am Ende auch kein Beinbruch ist, da es hier um pure Action-Unterhaltung geht. Nicht mehr und nicht weniger. Was zudem etwas enttäuscht, sind einige Kämpfe in den Städten, die stellenweise recht hölzern wirken und Dynamik vermissen lassen. Wer den Vergleich mit „Pacific Rim“ ziehen kann, der weiß, was wir meinen. Wie bereits erwähnt, ist die Zeit, die man Godzilla zu sehen bekommt, gefühlt zu kurz. Viel zu kurz, aber das mag eine subjektive Meinung sein. Denn anderseits kann man dies als gekonntes Mittel bezeichnen, um Godzillas Wirkung bei seinen spärlichen Auftritten zu verstärken.


Wir wollen uns dieses Mal kurz halten. Man kann immer ein Haar in der Suppe finden, aber dieser Godzilla-Streifen hat trotz ein paar spitzer Kanten alles richtig gemacht. Es ist ein moderner Monsterfilm, ein Popcornstreifen und sattes Actionkino, das unterhält. Vor allem aber ist Edwards Godzilla trotz seiner „Westlichkeit“ ein klassischer Monsterstreifen, der die japanischen Originale ehrt. Ein Kracher für Fans des Originals und alle Freunde, die sich Bombastkino geben wollen. Eines ist somit so klar, wie das Amen in der Kirche: Der König ist zurück und überrollt dabei jede Stadt und auch den Jurassic Park. Rooooaar!!!

Foto: © 2014 Warner Bros Entertainment Inc. & Legendary Pictures Productions