Der Rundfunkbeitrag. Monat für Monat bares Geld – das wird sicher vernünftig eingesetzt, zumindest hofft man das als derjenige, der dauernd zur Kasse gebeten wird. Irgendwie stimmt das auch: Zumindest, wenn man Intendant bei der ARD ist, denn das Geld kommt einem selbst in einer Höhe zugute, bei der Otto Normalverbraucher wohl mit den Zähnen knirscht. Auf ihrer Webseite veröffentlichte die ARD Details, wie der Rundfunkbeitrag eingesetzt wird – Zahlen, bei denen sich der zur Kasse gebetene Bürger die Augen reibt.

5,6 Milliarden Euro im Jahr geben alleine alle ARD-Sender aus, darunter auch für ihre Sport-Moderation sowie für Experten. Den aktuellen Zahlen zufolge hat der Sender allein in der Saison 2015/2016 21 Sportmoderatoren 1,88 Millionen gezahlt. Macht ein entspanntes Jahresgehalt von 94.000 Euro pro Kopf, wenn man das umlegt. 1,2 Millionen kassierten gerade mal acht Experten, Mehmet Scholl, Oliver Kahn und Co. ließen sich ihre Meinung in kurzen Fernsehauftritten fürstlich entlohnen – wer wie viel enthalten hat, das wird dem Zuschauer vorenthalten: Ein ARD-Sprecher gab an, eine Offenlegung sei auch künftig nicht ohne Weiteres machbar.

110 Fernsehfilme im Jahr

Auch kommen die Intendanten finanziell gut weg: WDR-Intendant Tom Buhrow etwa verdient 399.000 Euro im Jahr. Auf Sportrechte entfielen 366 Millionen Euro, darunter für die Fußball-EM sowie die Olympischen Spiele. Auch Nachrichtensendungen, Filmrechte sowie Shows sind alles andere als günstig: Die Tagesschau kostet pro Folge 27.300 Euro, die Tagesthemen 54.600 Euro. Der Tatort verschlingt pro Minute 15.500 Euro brutto, Shows wie etwa „Verstehen Sie Spaß?“ immer noch 8000 Euro pro Sendeminute. Auf dem Transparenzportal des Senders werden noch mehr Daten enthüllt:

110 Fernsehfilme produziert die ARD im Jahr, sie kosten im Schnitt 1,4 Millionen Euro pro Film, Vorabendserien pro Folge 400.000 Euro, Primetime-Serien zwischen 443.000 und 680.000 Euro. Sendungen wie Die Küchenschlacht oder Bares für Rares sind mit 30.000 bis 80.000 Euro vergleichsweise günstig. Teurer hingegen: Info-Formate wie Aspekte oder WISO, die 91.000 bzw. 105.000 Euro kosten, während Talkshows mit zwischen 47.000 und 107.000 Euro zu Buche schlagen.

Quelle: tag24.de