Einst verkörperte Mel Gibson sowohl in der „Mad Max“-Trilogie als auch Filmen wie „Payback“ oder „Braveheart“ den achtbaren Actionhelden. Doch mit den Jahren nahm seine Popularität stetig ab. Spätestens nach seinen Alkoholeskapaden, antisemitischen Äußerungen oder Prügelausrutschern, machte Gibson als Boulevard-Prinz Schlagzeilen. Die Folge: keine Arrangements und ein wirklich bescheidenes Image. Doch langsam zog er sich mit „Auftrag Rache" und „Der Biber" wieder aus dem Folgensumpf seiner Ausrutscher. Nachdem der Kinostart von „Get the Gringo“ fast ungeachtet blieb, soll der Film im Home Entertainment durchstarten. Denn dieser Actionstreifen hat ohne Frage das Zeug dazu, mal wieder ein Ausrufezeichen zu setzen.

Darum geht’s:

Mel Gibson ist 'der Driver' und befindet sich nach einem Bankraub auf der Flucht. Dicht gefolgt von US-Beamten rast der Gringo mit seinem Komplizen Richtung mexikanische Grenze. In Mexiko angekommen wird er aber von korrupten Bundespolizisten geschnappt, die Driver in eine staubige Gefängnisstadt verfrachten. Natürlich regiert auch hier die Korruption und die Insassen sind wenig begeistert vom Ami. Ein weiteres Problem in diesem Großknast: die eingesessenen Bosse sowie die Organmafia. An diesem grässlichen Ort, an dem es keine Gitterstäbe gibt, muss sich der Driver nun beweisen. Doch er ist gewitzt genug, mit einem Mix aus Gewalt und Cleverness aus dem Gefängnis einen Schnellkochtopf zu machen, der zu explodieren droht.

Das ist gut:

Zu allererst muss man Mel Gibson als Hauptdarsteller und Produzent hervorheben. Nachdem er kübelweise mit berechtigter Kritik überschüttet wurde, hat er sich selbst an den Haaren aus seiner persönlichen Katastrophe gezogen. „Get the Gringo“ ist das Ergebnis, ein bunter Cocktail aus Texmex-Thriller, Action-Rakete, Knastdrama und Komödie mit schwarzhumorigem Anstrich. Ein Film, der einen fantastischen 90er-Charme besitzt und doch hochmodern mit einer interessanten Handlung überzeugt. Gefallen haben zudem die Tempowechsel zwischen harten Passagen mit hohem Bleigehalt und ruhigem Storytelling. Über allem steht der sehr auffällig derbe Humor, der an allen Ecken lauert.

Das ist schlecht:

Ab und an zeigt das gute Werk die eine oder andere Länge. Darüber hinaus wirken einige Effekte zu sehr computeranimiert.

Ganz klar, mit „Get the Gringo“ ist Mel Gibson als Actionheld mit reichlich Eleganz und Lebenslust wieder zurück in seinem Genre. Ein spitzbübisches, ausgekochtes Schlitzohr, das die Sympathie des Zuschauers gewinnt. Es wird stimmige Unterhaltung geboten, die mit einem kräftigen Augenzwinkern Action und Handlung vereint. Mit einem spannenden Plot und schamlosem Witz setzt Gibson in Hochform endlich wieder ein langersehntes Ausrufezeichen. Dieser Titel überrascht in seiner Gesamtheit mit dem Potenzial, in der oberen Riege der Actionfilme mitmischen zu können. In jedem Fall ein passender Griff in die Actionkiste!

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