Was freuen wir uns immer auf die Feiertage, wenn man sich zu Hause auf der Couch vor coolen Filmen und Klassikern entspannen kann. Und wenn dann wettertechnisch der Feiertag ins Wasser fällt, hat man gleich doppelten Grund, sich von den vielen Film-Highlights berieseln zu lassen. Tja, aber an sogenannten „stillen“ Feiertagen wie dem Karfreitag vor Ostern, werden viele Streifen nicht im Fernsehen gezeigt. Und das betrifft weit über 700 Filme, die an diesem Feiertag nicht gezeigt werden dürfen. Okay, es ist bekannt, dass in Deutschland an Karfreitag ein gesetzliches Tanzverbot sowie ein Verbot von Musik- und Sportveranstaltungen vorherrschen. Aber nur wenige wissen, dass eben auch Filme sich diesem Verbot unterwerfen müssen.

Gut, wer stark christlich-religiös ist, wird da verstehen, dass zum Beispiel Filme wie Monty Pythons „Das Leben des Brian“ an Karfreitag wegen seiner satirischen Glaubenskeule nicht gezeigt werden darf. Die meisten haben dafür allerdings kein Verständnis. Aber auch Kinderfilme wie „Heidi in den Bergen“ oder „Max und Moritz“ sind tabu. Ebenso nicht öffentlich gezeigt werden dürfen so Klassiker wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“ – eine dieser kultigen spaßigen Actionkomödien mit Bud Spencer und Terence Hill, die Sittenwächtern zu krawallig ist.

Die Liste der Filme ist wirklich ellenlang – und darauf stehen Streifen, bei denen sich der Normalbürger nur an den Kopf fassen kann. Gerade wenn man sieht, was alles als „unpassend“ angesehen wird, sind doch auch Filme wie „Alles tanzt nach meiner Pfeife“ mit Louis de Funès, „Police Academy“, die deutsche Komödie „Piratensender Powerplay“ mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger, „Bierfest“ oder „Vacation – Wir sind die Griswolds“ verboten.

Schuld an diesem Filmverbot sind aber nicht nur Kirchenvertreter, sondern vor allem die Menschen hinter der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, kurz FSK. Warum Filme wie „Das Leben des Brian“ nicht gezeigt werden dürfen, dazu will die FSK keine Stellungnahme abgeben. Das Einzige, was von ihrer Seite kommt, ist, dass die FSK eine Begründung nicht öffentlich bekanntgeben darf, ohne dass eine Genehmigung des Antragstellers, also des Filmverleihs, vorliegt.

Wie auch immer, das Ganze ist einfach nur eine Farce und bürokratischer Nonsens, den man 2018 nun wirklich nicht mehr braucht. Zumal ein Großteil der Filme nun wirklich keine Brutalostreifen sind und in einer freien Gesellschaft auch Satire erlaubt sein sollte, auch an den althergebrachten „stillen“ Feiertagen. Aber gut, dass Streaming-Dienste oder der eigene DVD-/-Blu-ray Player immer Gewehr bei Fuß stehen! Frohe Ostern…!

Quelle: tagesspiegel.de