Ridley Scott haut erneut ein epochales Action-Abenteuer raus. Ähnlich wie in seinem Meisterwerk „Gladiator“ steht mit „Exodus“ wieder ein Mann der Geschichte im Fokus – Moses, gespielt von Christian Bale (The Dark Knight). Aufgrund der modern erzählten Geschichte von der Befreiung des jüdischen Volkes aus der Sklaverei Ägyptens hat der Streifen sogar das Prädikat ‚Besonders wertvoll’ von der deutschen Film- und Medienbewertung erhalten. Tolle Sache, aber reißt diese Tatsache auch uns Männer aus dem Kinositz, wenn Moses mit seiner Armee aus Ex-Sklaven losmarschiert? Wir sind mit in der Zeit gereist und verraten euch in unserer Kinokritik, ob Christian Bale als Anführer taugt, oder lieber wieder den Batman spielen sollte.

Darum geht’s:

Sie sind biblische Buddys – Moses (Christian Bale) und der spätere Pharao Ramses (Joel Edgerton). Denn das Findelkind Moses wächst zusammen mit Ramses in einer Pharaonenfamilie auf. Sie sind fast schon wie Brüder, aber das ändert sich mit voranschreitendem Alter. So wird leider nichts aus einer wahren Männerfreundschaft. Vor allem nicht, als Ramses zum Pharao aufsteigt und Moses sich für die Rechte der Sklaven einsetzt, die übelst hart beim Pyramidenbau knüppeln müssen. Als Moses eines Tages Gott erscheint, wird er auserkoren, die versklavten Israeliten durch die Wüste in das kanaanäische Land zu führen, besser gesagt in die Freiheit. Mit insgesamt 600.000 Ex-Sklaven geht er auf eine vierzig Jahre währende Wanderung zum Gelobten Land. Natürlich findet Ramses das alles andere als unterhaltsam, insbesondere, als seine Ländereien von den sieben Plagen heimgesucht werden.

Das ist gut:

Ridley Scott hat es einfach drauf, wenn Action und Historie aufeinanderprallen, siehe „Gladiator“ oder „Königreich der Himmel“. So verwundert es nicht, dass einen auch „Exodus“ zumindest bildtechnisch aus dem Kinosessel reißt. Denn die supermodernen Visual Effects sind atemberaubend. Gleiches gilt für die 3D-Umsetzung des Films, wo insbesondere Schlachtengetümmel sowie Panoramaaufnahmen beeindrucken. Optisch ist das alles schon eine feine Sache, aber im Rampenlicht stehen ganz klar Christian Bale und Joel Edgerton im großen Hassduell. Insbesondere dass Bale als Moses einen mutigen Feldherrn verkörpert und keinen schnulzigen religiösen Führer, gefällt extrem gut. Insgesamt punktet der Streifen damit, dass es keine Überdosis Religiosität nebst Mythologie gibt, sondern dass sowohl die rassige Helden-Action als auch der Zwist beider Kontrahenten im Vordergrund steht.

Das ist schlecht:

Wer sehr viel Wert auf Geschichte legt, wird hier wohl eher den Kürzeren ziehen, da es am Ende eher ein Action-Abenteuer ist als ein Historiendrama. Wer aber mit der richtigen Erwartungshaltung eines Action-Blockbusters ins Kino geht, wird seine Unterhaltung bekommen.

„Exodus“ ist ein typischer Ridley Scott – imposante Technik, Bilderkriege und jede Menge Action sowie Drama. Dabei schafft er es sehr gut, die altertümliche Story samt klassischen Bibelstellen in die Moderne zu holen, ohne dabei aber die Atmosphäre zu shreddern. Wer „Gladiator“ schon geil fand, wird hier voll auf seine Kosten kommen, auch, weil der Streifen noch mehr Tiefgang besitzt. Ein gewaltiges Action-Abenteuer, das sogar mit biblischer Story jeden Atheisten im Kino begeistern kann.