Zur Freude vieler Actionfans marschieren Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger in „Escape Plan“ Seite an Seite. Nachdem beide Ikonen in den beiden „Expendables“-Teilen kurz zusammen auf der Leinwand auftauchten, darf es nun als Hauptdarstellerduo sein. Ein Traum wird also wahr für all die Fans, die sich nach diesem stählernen Gespann gesehnt haben. Normalerweise müsste bei dieser geballten Actionpower somit nichts mehr schiefgehen in Bezug auf die filmische Qualität. Wir haben uns den Gefängnisstreifen angesehen und sagen euch, ob Sly und Arnie ein altehrwürdiges Actionfeuerwerk abbrennen oder ob man das Duo besser im Knast verrotten lassen sollte.

Darum geht’s:

Ray Breslin (Sylvester Stallone), seines Zeichens Designer ausbruchsicherer Hochsicherheitsgefängnisse und weltweiter Experte für Gefängnisangelegenheiten, soll einen neuen High-Tech-Hochsicherheitstrakt einem Praxistest unterziehen. Dafür lässt er sich als falscher Insasse einschleusen, wobei er schnell feststellen muss, dass man ihn gelinkt hat. Denn seine Auftraggeber haben kein Interesse daran, ihn aus seinem Domizil hinter schwedischen Gardinen jemals wieder rauszuholen. Eine miese Nummer, die nur noch die sadistischen Wärter und Anstaltsleiter Willard Hobbes (Jim Caviezel) toppen können. Ray versucht aus seinem eigenen konzipierten Gefängnis auszubrechen, scheitert jedoch an den Sicherheitsvorkehrungen, die auf seinen Ratschlag exzellent umgesetzt wurden. Erst als er den deutschen Insassen Emil Rottmayer (Arnold Schwarzenegger) kennenlernt, eröffnet sich eine neue Möglichkeit. Gemeinsam schmieden sie einen Fluchtplan, um aus diesem Superknast zu entkommen.

Das ist gut:

Diesen Fluchtplan mit den beiden Superstars Schwarzenegger und Stallone hat Regisseur Mikael Håfström („Zimmer 1408“) durchaus unterhaltsam in Szene gesetzt. Neben der guten Wahl an Nebendarstellern wie Vincent D'Onofrio („The Cell“), Vinnie Jones („Snatch“), 50 Cent („Kurzer Prozess“) und Amy Ryan („Green Zone“), ist natürlich das Opa-Actionduo das Highlight des Films. Hier überrascht vor allem Schwarzenegger mit einer überraschend agilen Mimik und einem wirklich tollen Schauspiel. Das muss gesagt werden bei jemandem, der sonst der Inbegriff für Abgeklärtheit und Kühle ist. Doch die Figur des Emil Rottmayer lässt Arnie in einer Art und Weise aufblühen, wie man es eben nicht von ihm gewohnt ist. Hut ab! Ansonsten hat der Film seine Spannungsmomente, Action gibt es auch und man fühlt sich durchweg an die typischen 80er-Actionstreifen erinnert.

Das ist schlecht:

„Escape Plan“ plagen leider einige Gallensteine, die zuweilen ganz schön aufs Gemüt schlagen können. So hat man lange nicht mehr so viele heftige Logiklücken finden können, die vor allem Zuschauer, die besonders auf so etwas achten, verärgern werden. Wobei es schlussendlich nichts anderes ist, als zum Beispiel das A-Team, das ein ganzes Kugelarsenal verschoss, ohne damit selbst einen Elefanten zu treffen. Der Film hat zudem seine Vorhersehbarkeiten, ist zum Beispiel die Art des Fluchtplans sehr schnell zu erahnen. Und über innovative Ideen als auch atemberaubende Wendungen breiten wir lieber den Mantel des Schweigens.

Eigentlich sitzt man wie ein Knacki in der Zelle und fragt sich, wie komme ich aus der Nummer wieder raus? Ist der Film nun ein geiler Streifen mit feurigen Altstars, oder ist es einfach nur ein flacher Filmbandsalat, der mehr sein will, als er am Ende tatsächlich ist? Versucht man die Schnittmenge zu deuten, dann hat man schlussendlich einen ordentlichen, sehr kurzweiligen Actionstreifen vor sich. Mit zwei tollen Veteranen des Genres, die definitiv alles an schauspielerischer Leistung herausholen, wozu sie im Stande sind. Es wird aber auch durchweg auf die Tradition des 80er-Jahre-Actionkinos gesetzt. Das bedeutet: Hirn aus und gib der Luzie Feuer! Die Story ist in Ansätzen sehr cool, doch in der Umsetzung hapert es dann doch an einigen Details. Wie es besser geht, zeigt ohne Zweifel die Knastserie „Prison Break“. Dennoch – Fans von Sly, Arnie und vor allem vom Actioncharme der 80er, werden das bekommen, was ihnen beliebt.