Es ist Halloween und man(n) sitzt mit der Frau im Arm oder den Kumpels auf der Couch und fragt sich, was man denn gerne horror- oder gruselmäßig schauen soll. Nun, die Auswahl an geilen Streifen ist schier unermesslich. Aber zum hundertsten Mal „Shining“ schauen? Sicher, das geht immer, aber mal was andere wäre doch nicht schlecht. „Saw“ vielleicht? Nein, auch zu oft gesehen – und so geht man die lange Liste entlang. Wir haben für euch ein paar echte Horrorfilm-Geheimtipps für den perfekten Halloween-Abend. Filme, die keine Blockbuster sind, dafür aber kleine, feine und vor allem atmosphärische Horrorperlen, die man neben all den großen Genreklassikern gesehen haben muss!

Trick R Treat

„Halloween“ mit Serienkiller Michael Myers ist sicher das Erste, wenn man an den Horrortag und Filme denkt. Doch „Trick R Treat“ gehört zu den Halloween-Streifen, die in dessen Schatten stehen, aber keinen Deut schlechter sind. Ein kleines Meisterwerk in vier Episoden, die alle miteinander verwoben sind. In einer Kleinstadt zu Halloween mutiert ein Schuldirektor zum Serienmörder, böse Kinder spielen noch bösere Streiche und Frauen als Rotkäppchen verkleidet führen nichts Gutes im Schilde. Die Storys in „Trick R Treat“ sind wirklich derbe spannend aufgebaut und triefen nur so vor Blut. In diesem Sinne: „Süßes oder Saures“ mit dieser genialen Halloween-Unterhaltung!

Clownhouse

Clowns! Von wegen liebe Typen, die Kinderherzen erfreuen. Am Arsch, wirklich! Das sind kranke, dauergrinsende Freaks! Und in diesem Streifen gibt es mehr als nur einen übel gesinnten Clown. Casey ist da ganz unserer Meinung und wird zudem von einer üblen Clownphobie geplagt. Wie mies da seine Brüder sind, die ihn in einen Wanderzirkus mitnehmen. Doch spätestens auf dem Nachhauseweg wird klar: Das war keine gute Idee. Denn gleich drei Spaßvögel folgen den Brüdern ins Eigenheim, wo dann der wirkliche Albtraum beginnt, nicht nur für Casey. Viel mehr braucht der Film nicht. Geil inszenierter Clownhorror, superspannend, mit jeder Menge Thrill. Und Clowns. Clooooowns! Aaaaaaah!

The House of the Devil

Was für ein Filmjuwel von Regisseur Ti West, der sich den klassischen Horrorelementen der 80er bedient und einem Neuzeitklassiker ein atmosphärisch altes Gewand verpasst hat. Die Story ist dabei nicht mal so spektakulär, ja fast genreüblich. Eine Studentin nimmt einen Babysitter-Job an, weil sie knapp bei Kasse ist. Sie hätte sich jedoch ihren Arbeitgeber besser aussuchen sollen, denn die groteske Familie hat ein Geheimnis, das ihr und dem Zuschauer einige kalte Schauer über den Rücken treiben wird. Der Film hält die gesamte Spielzeit über eine bedrückende Stimmung und setzt die Schockmomente klug ein. Was Bild und Musik hier beim Zuschauer erzeugen, ist wirklich der Wahnsinn. Gruselhammer!

Black Christmas

Leider ist das Original dieses Slasher-Klassikers aus dem Jahre 1974 bei vielen in Vergessenheit geratet. Dabei gilt „Black Christmas“ nach wie vor als der Vorreiter von Filmen wie „Halloween“. Eine studentische Schwesternschaft wird an Weihnachten von obszönen Anrufen terrorisiert. Es folgen Morddrohungen und kurz darauf verschwindet die erste Kommilitonin. Dieser Psycho-Slasher punktet nicht mit großen Metzelszenen oder blankem Horror, sondern mit einer sehr ruhigen Art, seine bedrohliche und beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Ein echter Geheimtipp für ein dramatisches Hallows Eve!

Dead End

Ein kleiner aber überragender Roadtrip-Horrorschocker, der damals auf dem Fantasy FilmFest 2003 ohne Special Effects oder Gore-Einlagen begeisterte und zum Geheimtipp unter Genrefans mutierte. Es geht um die Familie Harrington, die mal lieber keine Abkürzung zu den Großeltern genommen hätte. So geraten sie in einen alptraumhaften Horrortrip, aus dem es kein Entrinnen gibt. Dieser Streifen strotzt nur so vor verstörender Gruselatmosphäre und klaustrophobischer Stimmung mit einem unsichtbaren Schrecken, der euch in den Sessel nagelt. Muss man gesehen haben!

Grave Encounters

Neben den groß angepriesenen Found-Footage-Horrorstreifen wie „Paranormal Activity“, ist „Grave Encounters“ regelrecht vergessen worden. Aber aus dem Auge bedeutet ja nicht aus dem Sinn. Hier geht es um eine Geisterjäger-Reality-TV-Serie, deren Macher versuchen, paranormalen Phänomenen nachzugehen. Ihr nächstes Ziel ist eine verlassene Psychiatrie. Natürlich glaubt keiner an böse Mächte in dem gruseligen Örtchen. Doch das wird sich schnell ändern. Die Location ist für den Film genial gewählt und auch die Schock- sowie Spannungsmomente sind toll gesetzt. Es gibt zwar einige Kanten in der Umsetzung, aber die Story macht es wieder gut. Insgesamt ein abendfüllendes Horrorwerk!

V/H/S - Eine mörderische Sammlung

Dieses Found-Footage-Horror-Sammelsurium packt und dreht euch durch den Fleischwolf. In „V/H/S“ wird eine Gruppe Einbrecher von einem unbekannten Auftraggeber engagiert, um aus einem abgewrackten Abbruchhaus, irgendwo in der Pampa, mysteriöses Filmmaterial zu bergen. Gesagt, getan und schon bereut. „V/H/S“ zeigt während seiner knapp zweistündigen Spielzeit insgesamt fünf Kurzfilme von sechs Regisseuren. Ungeschönter Episodenhorror, der sich erfrischend weit weg vom Mainstream bewegt. Cooles Angstkino für alle Non-Hollywood-Horrorfreunde!

Die Nacht der Vogelscheuche

Von Anfang an geht es in die Vollen, da wird nicht lange gefackelt und Spannung aufgebaut, die bis zum Ende anhält. Dieser Vogelscheuchen-Rachefeldzug kommt fast gänzlich ohne Splatter, Gore und überzogene Brutalität aus. Der Film handelt von Bubba, einem geistig zurückgebliebenen, aber liebevollen Mann, der von ein paar Hinterwäldlern für eine Tat, die er nicht begangen hat, ermordet wird. Das kann Bubbas Geist nicht auf sich sitzen lassen und macht in Form einer Vogelscheuche erbitterte Jagd auf seine Mörder. Es ist ein fesselnder Gruselthriller mit subtilem Horror, der zeigt, dass die atmosphärischsten Grusler in den 70er und 80er gedreht wurden. Absoluter Geheimtipp!

Re-Animator

Halloween gehört unter Grusel- und Horrorfans auch in Deutschland zu den schönsten Tagen im Jahr. Ein echter Horrorklassiker, der bei vielen aber unter dem Radar segelt, ist ohne Zweifel „Re-Animator“! Ein wahnwitziges Horror-Splatter-Werk aus den 80ern, das zu den Must-Sees der überzogen-grotesken Splattermovies gehört. Grandioser Horrorspaß rund um Dr. Herbert West, der keine Gefangenen macht, sobald er mit neongrüner Giftspritze seine Experimente beginnt. Ein blutiger Untotentrip allererster Güte. Außerdem ist Dr. Wahnsinn einfach kult, auch wenn viele den guten Herrn noch gar nicht kennen! Wird Zeit!