Regisseur Vinzenzo Natali ist kein Unbekannter und konnte vor allem mit seinen Filmen „Cube“ und „Splice – Das Genexperiment“ den Zuschauer überzeugen. Ab dem 22. Mai gibt es seinen neuen Streifen „Haunter – Jenseits des Todes“ auf DVD und Blu-ray. Ein Film, der auf seine ganz eigene Art und Weise den Grusel-Cineasten zu begeistern weiß. „Haunter“ ist eine Mischung aus „Paranormal Activity“ und „The Sixth Sense“, der sich im Genre der Grusel-Thriller positioniert und dabei weitestgehend ohne rohe Gewalt und Blutfontänen auskommt. Ein überaus intelligenter Genrebeitrag, der wunderbar unter die Haut geht.

Inhalt:

Für die junge Lisa (Abigail Breslin) ist das Leben in ihrem schmucken Familienheim ein tägliches Horrorszenario. Denn sie muss immer wieder denselben betrüblichen Tagesablauf durchleben. Jeden Tag das gleiche Essen, dieselben Klamotten und Gespräche. Ihr Vater  Bruce werkelt ständig erfolglos am Familienauto herum und ihr Bruder Robbie sitzt durchweg vor der Spielekonsole. Als ob dies nicht komisch genug wäre, bringt ihr Bruder immerfort seinen imaginären Freund Edgar mit zum Abendessen. Anfangs bemerkt Lisa diese Dauerschleife nicht, doch irgendwann geht ihr ein Licht auf.
Leider findet sie diesbezüglich bei ihrer restlichen Familie kein Gehör. Lisa geht dieser unheimlichen Situation nach. Auch dass niemand das Grundstück verlassen kann, scheint nur dem jungen Mädchen aufzufallen. Als sie schließlich mit geisterhaften Erscheinungen im Haus konfrontiert wird, ist eines klar: Hier stimmt etwas gewaltig nicht. Es ist nämlich die Seele eines Serienkillers, der mit aller Macht versucht zu erzwingen, dass die Familie für alle Zeiten an das Haus gebunden wird. Oder trügt diese Erkenntnis? Was ist Wahrheit, was ist Fiktion?

Fazit:

„Haunter“ ist mit seiner vielschichtigen Geschichte zwar kein Grusel-Blockbuster, aber ohne Frage eine überaus beachtliche Überraschung im Genre gelungen. Zum einen aufgrund des bereits gelobten Plots und zum anderen wegen der tollen Schauspielleistungen aller Beteiligten. Vor allem Jungschauspielerin Abigail Breslin („Ender’s Game“, „Zombieland“) zeigt, welch großes Talent in ihr steckt. Sicherlich und glücklicherweise ist dieser Film kein Gewitter an Brutalität, Blut und Megaschocks. Dafür aber eine besondere Mischung aus Mindfuck, Haunted House, Mysterythriller und Spukhaus-Grusel, der seine Stärken in der fächerartigen Erzählung, der bedrückenden Atmosphäre und den Überraschungen ausspielt. „Haunter“ ist im Endeffekt exzellentes Kopfkino, das in paranoiden Psychoterror ausartet. Ein andersartiger Streifen, der aber in Bezug auf Spannung und Gänsehautmomente jeden Gruselfan begeistern kann, der Bock auf einen düster-paranoiden Geisteralbtraum hat. Der mann.tv-DVD-Tipp!