Neue Woche, neues Futter für eure hungrigen DVD- und Blu-ray-Spieler. Dieses Mal gibt es einen der brutalsten und verstörenden Streifen des letzten Jahres für euch. Mit Matt Dillon und dem leider verstorbenen Bruno Ganz in einem Glanzstück von intelligent-bösartigem Serienkiller-Movie. Wir haben aber auch etwas Seichteres im Programm, dank einem mitreißenden Science-Fiction-Abenteuer sowie einem herrlich humorvollen Animationsspektakel, das Chaos im Netz verbreitet. Interesse geweckt? Dann erfahrt ihr jetzt mehr in unseren folgenden DVD- sowie Blu-ray-Tipps der Woche!

FILMTIPP DER WOCHE

The House That Jack Built - VÖ: 06. Jun. 19
Der vieldiskutierte, kontroverse Filmemacher Lars von Trier hat mit seinem aktuellen Streifen im Kino für reichlich Diskussionen gesorgt. Mit seiner typisch verstörenden, ungeschönt harten Art in dem Serienkiller-Movie „The House that Jack Built“, der nun für das Heimkino erschienen ist. Wer Triers Filme wie „Antichrist“ oder „Nymphomaniac“ kennt, weiß ungefähr, was einen auch hier erwartet. Lars von Trier macht keine Gefangenen und provoziert gerne mit biestig-bösen Bildern.

Doch „The House that Jack built“ ist weit mehr als ein Film, der sich nur mit einer brutalen Gangart in blutig triefenden Gewaltexzessen austobt – es ist filmische Kunst. Aber erst mal zum Plot: Von Trier inszeniert die Geschichte eines hochintelligenten Serienkillers namens Jack (Matt Dillon) über einen Zeitraum von zwölf Jahren aus dessen Perspektive. Jack betrachtet jeden einzelnen seiner Morde als Kunstwerk und tauscht sich mit seinen Gedanken regelmäßig mit dem mysteriösen Verge (Bruno Ganz) aus.

Während die Polizei dem Killer über die Jahre immer dichter auf den Fersen ist, geht Jack immer größere Risiken ein, denn er ist noch nicht zufrieden mit seinem Werk. Es ist unbestritten, dass Lars von Triers Filme jenseits der Massentauglichkeit agieren. Keiner seiner Streifen ist ein Hirn-Aus-Popcorn-Blockbuster. Das waren sie nie und werden es auch niemals werden. „The House that Jack built“ reiht sich dabei nahtlos in den typischen Von-Trier-Style ein und will nur eines, einem in die Magengrube boxen.

Das gelingt mit einer faszinierenden Brachialität, die zuvor schon etliche Kinozuschauer erbost aus dem Kino hat rennen lassen. Der Film eines Serienkillers ist halt pure Provokation, ultraböse, finster wie die Nacht und schonungslos, wenn Jack wild mordend und quälend über die Leinwand stolziert. Dabei ist es für ihn nicht nur Kunst, sondern auch Belustigung – eine Tatsache, mit der viele Zuschauer nicht klarkommen.

Doch muss man den Streifen bis zum Ende schauen, um den Tiefsinn des Films zu verstehen, was dem Ganzen eine gänzlich andere Richtung verleiht. Zudem sollte man nicht mit falschen Erwartungen herantreten, denn „The House that Jack built“ ist kein Psycho-Horror, sondern das Psychogramm eines Serienkillers mit einer genialen, ungewöhnlichen Erzählweise. Das eben mit arglistigen kranken, feixend schwarzhumorigen sowie expliziten Szenen, die „Saw“ wie einen Kinderfilm erscheinen lassen.

Lars von Trier ist hier für das künstlerische Arthouse-Provokations-Genre ohne Wenn und Aber ein neues Meisterwerk gelungen. Keines für die Masse, aber für Genrekenner und Menschen, die auf intelligentes, tiefsinniges Kino stehen. (Concorde Home Entertainment)

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