Tretet ein, werte Heimkinofans – auch in dieser Woche gibt es neues Material auf DVD sowie Blu-ray. Dabei wird es düster, hart und blutig. Wie beim Meisterwerk von Fatih Akin über einen berühmt-berüchtigten Serienkiller aus Hamburg. Richtig zur Sache geht es auch im neuen Action-Thriller mit Mel Gibson und Vince Vaughn. Oder wie wäre es mit der Rückkehr des Höllenjungen? Interesse geweckt? Dann erfahrt ihr jetzt mehr in unseren DVD- sowie Blu-ray-Tipps der Woche!

FILMTIPP DER WOCHE

Der goldene Handschuh - VÖ: 22. Aug. 19
Fatih Akin gehört zu den Ausnahmeregisseuren Deutschlands. Mit „Der goldene Handschuh“, einem Mix aus Milieustudie und Serienkiller-Horror, hat er ein Meisterwerk erschaffen. Eines, das überaus schwer verdaulich ist, geschmacklos und abscheulich – aber eben auch ungemein faszinierend. Akin erzählt die Geschichte des Frauenmörders Fritz Honka basierend auf dem wahren Fall sowie dem gleichnamigen Roman von Heinz Strunk.

Das allerdings so intensiv, schockierend und detailliert inszeniert, dass es aufgrund der Grausamkeiten oft schwerfällt, seine Augen auf der einen oder anderen Szene zu halten. Es geht mitten hinein in die 70er nach Hamburg-St. Pauli. Auf den ersten Blick ist Fritz „Fiete“ Honka ein bemitleidenswerter Verlierertyp. Seine Nächte durchzecht der Mann mit dem kaputten Gesicht in der Kiezkaschemme „Zum Goldenen Handschuh“ und stellt einsamen Frauen nach.

Keiner der Stammgäste ahnt, dass der scheinbar harmlose Fiete in Wahrheit ein grausames Monster ist. Gespielt wird Honka vom 23-jährigen Jonas Dassler („Das schweigende Klassenzimmer“, „Werk ohne Autor“). Das so extrem beeindruckend teuflisch, dass man ihm dafür am liebsten einen Oscar in die Hand drücken würde. „Der goldene Handschuh“ ist einfach einer dieser ganz besonderen Filme, die man nur sehr selten zu sehen bekommt.

Es ist ein Film, dessen Brutalität an die Nieren geht, der nach Schmutz stinkt, der einem die menschlichen Abgründe schonungslos ins Gesicht pflastert und dessen Authentizität einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Auf der anderen Seite gibt es auch etliche Szenen, in denen eben nicht explizit die unmenschlichen Taten des kaltblütigen Frauenmörders gezeigt werden, sondern lediglich das Kopfkino des Zuschauers anspringt – böse!

Richtig stark sind zudem die gesetzten Szenenbilder und generell die düstere Kiez-Atmosphäre, die einem lange nach dem Film im Kopf hängen bleiben. „Der goldene Handschuh“ ist sicherlich kein Streifen für die breite Masse, sondern ein deutscher Genrefilm auf höchstem Niveau. Ein filmisches Meisterwerk, das sowohl Cineasten als auch Themeninteressierte beeindruckt – mit Abstand unser Filmtipp der Woche! (Warner Home Video)

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