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Detroit - VÖ: 5. Apr. 18
Kathryn Bigelow, die bereits mit „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ sowie „Zero Dark Thirty“ eindringliche, politikkritische Topstreifen ablieferte, geht mit „Detroit“ in der Zeit zurück. Sie besinnt sich auf die einschneidende Zeit der 60er und der damaligen Bürgerrechtsaufstände. Damit inszeniert sie ein Thema, das auch heute noch höchste Aktualität besitzt. Genauer gesagt geht es in den Sommer 1967. Dies ist ein ausschlaggebender Moment in der modernen amerikanischen Geschichte, als das Land von wachsenden politischen und sozialen Unruhen heimgesucht wurde. Die Eskalation des Vietnamkriegs sowie jahrzehntelange Ungleichheit und Unterdrückung forderten ihren Tribut. Die Unzufriedenheit und kochende Wut fanden schließlich ihren Höhepunkt in den Großstädten, wo die afroamerikanische Gemeinschaft seit jeher mit systematischer Diskriminierung sowie hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat.

Kathryn Bigelows neustes Werk fokussiert sich auf die schreckenerregenden Ereignisse eines Abends während der Bürgerrechtsaufstände in Detroit: Als zwei Tage nach Beginn der Rebellionen auf der Anlage eines Motels Pistolenschüsse gemeldet werden, rückt die Polizei mit einem Großaufgebot an. Statt sachlich zu ermitteln, kommt es zu einer von Vorurteilen und Gewalt geprägten Razzia. Die anwesenden Motelgäste müssen sich einem gefährlichen Verhör unterziehen – in Isolation sollen sie durch Einschüchterung zum Geständnis gedrängt werden. Das lebensbedrohliche Machtspiel eskaliert und bringt schwerwiegende Folgen mit sich! Herausgekommen ist ein fesselnder Thriller, der vor allem emotional mitreißt, schockiert und zum Nachdenken anregt.

Dass dieses Thema authentisch bis in die Wohnzimmer transportiert wird, hat man dem starken Cast zu verdanken mit Anthony Mackie, Will Poulter, Algee Smith, Samira Wiley, Jack Reynor, Hannah Murray, James Williams, Jason Mitchell oder John Krasinski. Besonders beeindruckt aber das gelungene Schauspiel von John Boyega, der ganz anders als in seiner Star-Wars-Rolle sein düsteres, ernstes Gesicht zeigt. „Detroit“ ist am Ende ein knallharter Thriller, der eine tolle Spannung aufbaut. Der Film ist aber auch Emotionskino und eine Mahnung wider den Rassenhass! Danke, Kathryn Bigelow! (Concorde Video)

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