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Suburbicon - VÖ: 22. Mrz. 18
Es ist nicht leicht, eine gescheite Gesellschaftssatire filmisch umzusetzen. Viele haben mit diesem Vorhaben nur allzu oft schon eine Bruchlandung erlebt. Der Film von Hollywoodstar George Clooney, der dieses Mal als Regisseur fungiert, versteht es glücklicherweise bestens, eine bitterböse, skurrile aber auch dramatisch-spannende Gesellschaftssatire zu zeigen. Es ist eine wirklich geglückte Demontage des amerikanischen Traumes, in der ein bürgerliches US-Vorortidyll der 50er Jahre zerbricht. Inmitten dieses Dramas stehen Matt Damon und Julianne Moore in den Hauptrollen, gefolgt von Oscar Isaac („Star Wars: Die letzten Jedi“) und einem groß aufspielenden Jungstar Noah Jupe. Der Streifen basiert hierbei auf einem bisher unverfilmten Skript der legendären Coen-Brüder und heißt den Zuschauer Willkommen im sonnigen Suburbicon. Es ist eine Vorstadtgemeinde voller immerwährend glücklicher und junger Familien mitten im Herzen von Amerika. Mit seinen erschwinglichen Häusern und gepflegten Rasenflächen ist Suburbicon in den 1950er Jahren die idyllische Postkarten-Antwort auf den amerikanischen Traum.

Das Leben der Familie Lodge, die ein wichtiger Pfeiler der Gemeinde ist, wird eines Tages auf den Kopf gestellt, als ein Einbruch in ihrem Haus eskaliert und zum Tod der Mutter führt. Die Lodges geraten in einen Strudel ungewöhnlicher und höchst verdächtiger Ereignisse, der sie immer tiefer in ein Netz von Verrat und Erpressung hineinzieht. Der junge Nicky Lodge versucht währenddessen, mit dem Verlust seiner Mutter klarzukommen und die seltsamen egoistischen Machenschaften der Erwachsenen zu verstehen. Doch seine Neugierde behindert die Versuche seines Vaters, eine neue Familienordnung herzustellen. Während das Chaos, das im Zuhause der Lodges immer weiter um sich greift, nach außen hin unbemerkt bleibt, gerät die Gemeinde zunehmend zu einem wütenden Mob: Der Grund dafür ist die erste farbige Familie, die vor kurzem in die Nachbarschaft gezogen ist. Für „Suburbicon“ kann man George Clooney gar nicht genug danken.

Er versteht es, pointierte Satire unterhaltsam und spannend zu inszenieren, mit einem immerwährenden Fingerzeig, der den Zuschauer zum Nachdenken bringt. Da muss man auch nicht viele weitere Worte verlieren, entfaltet sich das Ganze erst in seinen starken Bewegtbildern. Genrefans können sich jedenfalls auf ein herrlich zynisches, überaus bissiges Gesellschaftsdrama freuen, das durch seine Thematik den Finger voll in die Wunde aktueller Probleme legt. In diesem Sinne … „Willkommen in der Nachbarschaft“! (Concorde Home Entertainment)

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