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Wir - VÖ: 25. Jul. 19
Ohne Frage, mit „Get Out“ hatte Regisseur Jordan Peele einen echten Überraschungserfolg gelandet, der gruselig und aufschreckend war. Mit „Wir – Bis zum bitteren Ende“ hatte er im Kino nachgelegt – und das mit einem schaurigen Doppelgänger-Horror, der keinen Deut weniger verstörende Züge aufweist wie Peeles „Get Out“. Vor allem hat er eine tolle Mischung gefunden aus Schocker, Thriller, Old-School- und Home-Invasion-Horror – dazu pointierter Humor und reichlich kritische Untertöne.

Es geht um Adelaide und Gabe Wilson, die mit ihren beiden Kindern an den Strand fahren und dort etwas Zeit mit ihren Freunden verbringen wollen. Die ausgelassene Urlaubsstimmung verwandelt sich in einen Albtraum, als am Abend plötzlich eine Gruppe unheimlicher Gestalten vor ihrem Haus auftaucht. Schon bald muss die Familie feststellen, dass die Fremden ihnen ähnlicher sind, als sie dachten.

Sie selbst sind ihre schlimmsten Feinde. Während der rund zwei Stunden erlebt man dabei eine herrliche Horror-Achterbahn. Dabei darf mit paar gut gesetzten Witzen für einn Moment auch mal geschmunzelt werden, bevor Peele einem das Grinsen wieder aus dem Gesicht treibt. Richtig stark sind hierbei alle Darsteller von Oscargewinnerin Lupita Nyong’o bis Winston Duke in ihren jeweiligen Doppelrollen.

Gerade der krasse Wandel zwischen Gut und Böse, in Mimik und Gestik, ist fantastisch. Auch, dass hier nicht eine Szene vor Green Screens gedreht wurde, ist löblich und bringt eine dichte Authentizität. Richtig gut sind hierbei die bösen Widerparts, die stellenweise wunderbar angsteinflößend agieren. Generell ist der Gewaltgrad in der einen oder anderen Szene überaus hart und blutig, was aber nie übertrieben wird.

Ein Lob geht auch an Kameramann Mike Gioulakis, der hier für intensive Bilder verantwortlich ist und Komponist Michael Abels für seinen genialen Score. Alles in allem legt Jordan Peele beeindruckend nach – mit einem weiteren unkonventionellen, sozialkritischen Horror-Trip, für alle, die nicht nur stumpfen Schrecken sehen wollen. Also hereinspaziert zu einem grandios, bösen Terrortrip! (Universal Pictures)

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