Viele Videospielfans freuten sich, als sie erfuhren, dass ein neuer Film zu „Doom“ in der Mache ist. Nun ist der erste Trailer für „Doom Annihilation“ erschienen. Und was soll man da sagen? Gegen das Machwerk, das uns mit diesem Low-Budget-Streifen erwartet, ist selbst die maue Version mit „The Rock“ aus dem Jahr 2005 ein filmischer Meilenstein allererster Güte. Was etwas heißen will.

„Doom Annihilation“ ist sogar so schlecht, dass die Videospiel-Entwickler von Id Software, die Urväter der Doom-Reihe, die gerade am neuen Spiel „Doom Eternal“ arbeiten, von dem Streifen hochoffiziell Abstand nehmen. Dabei klingt es nicht so, als dürfte es sonderlich schwer sein, einen guten „Doom“-Streifen zu inszenieren, hat sich doch etwa in den 26 Jahren seit dem ersten Spiel die „Story“ nie geändert:

Wissenschaftler forschen auf dem Mars an Portaltechnologie, öffnen damit ein Tor in die Hölle, werden von Dämonen überrannt und die ganze Menschheit ist bedroht. Also tauchen die üblichen Space Marines jedes SciFi-Szenarios auf, einer davon der „Doom Guy“ genannte Spielcharakter – und verpassen der gehörnten Brut zünftige Tritte in den Hintern mit Raketenwerfer, Maschinengewehr und Plasmaknarre. Das 1x1 der Military Scifi.

Mit so einer Story einen straighten Actionfilm mit riesigen Cyborg-Teufeln zu machen, kann angesichts der vielen abgefahrenen Gegner, Artworks und Vorarbeit bei Id Soft doch nicht so schwer sein, oder?

Denkste. „Doom Annihilation“ sieht aus wie von einer YouTube-Liverollenspiel-Gruppe gedreht und drückt das futuristische Sturmgewehr natürlich keinem Kanten von Marine in die Hand, sondern der „Doom Guy“ ist jetzt … *Trommelwirbel* … eine Frau. Innovativ.

Aber keine eisenfressende Amazone und glaubwürdige Soldatin wie etwa die toughe Smartgun-Schützin Vasquez aus „Aliens“ oder Übermutter wie Ellen Ripley, sondern ein zierliches Persönchen, das kleiner ist als die eigene Waffe … Seht einfach selbst. Was uns betrifft, haben wir in der Redaktion langsam die Nase voll von den halbgaren Versuchen, Videospiele ohne jeden Respekt vor der Vorlage zu verfilmen.

Wann „Doom Annihilation“ erscheinen soll, ist noch unklar, fest steht bloß, dass dieses Machwerk aus der dritten Reihe wenig überraschend nur für das Home Entertainment gedreht wurde, also entweder auf DVD/BR und/oder für Streaming-Dienste erscheinen wird.