„Doctor Sleeps Erwachen“ – Kritik: Da lehnt man sich gar nicht so weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass jeder, der etwas für Grusel- und Horrorfilme übrig hat, das Horrormeisterwerk „Shining“ von Regisseur Stanley Kubrick aus dem Jahre 1980 liebt. Ein intensiver Schockertrip, in dem Jack Nicholson als Jack Torrance eine der Rollen seines Lebens ablieferte. Unvergessen auch Danny Lloyd als der kleine Danny Torrance. Jetzt, rund 40 Jahre später, steht mit „Doctor Sleeps Erwachen“ die Fortsetzung des Horror-Kults im Kino auf der Matte. Wir verraten euch, ob die Fortsetzung geglückt ist, oder einfach nur sang- und klanglos im Vergleich zum Original untergeht!

Darum geht’s:

Immer noch gezeichnet von den traumatischen Erlebnissen, die er als Kind im Overlook durchmachte, musste Dan Torrance darum ringen, so etwas wie Frieden in seinem Leben zu finden. Doch dieser Frieden wird erschüttert, als er Abra trifft, eine tapfere Teenagerin, die im Besitz einer mächtigen, übersinnlichen Kraft ist: des „Shining“. Ihren Instinkten folgend hat Abra erkannt, dass Dan diese Gabe ebenfalls besitzt.

Sie bittet ihn um Hilfe gegen die gnadenlose Sekte von Rose the Hat und ihren Anhängern vom „Wahren Knoten“, die sich in ihrem Streben nach Unsterblichkeit vom Shining Unschuldiger ernähren. Dan und Abra formen eine ungleiche Allianz und nehmen gemeinsam den erbarmungslosen Kampf auf Leben und Tod gegen Rose auf. Abras Unschuld und ihre unerschrockene Art, ihr Shining bereitwillig anzunehmen, zwingen Dan dazu, wie niemals zuvor auf seine eigenen Kräfte zu vertrauen – und sich zugleich seinen Ängsten zu stellen und die Geister der Vergangenheit wiederaufleben zu lassen.

Das ist gut/Das ist schlecht:

Kann die Fortsetzung an Stanley Kubricks „Shining“ heranreichen? Nein! Braucht man überhaupt eine Fortsetzung des Kult-Klassikers? Nein! Nichtsdestotrotz ist „Doctor Sleeps Erwachen“ eine gute Fortsetzung. Eine, die beste Grusel-Horror-Unterhaltung bietet und vor allem Fans des Vorgängers immer wieder mit nostalgischen Szenen anspricht.

So wie die Rückkehr ins Overlook Hotel mit all seinen Details und Mysterien, wie dem Zimmer 237, sowie alten Figuren. Auch die Rückblicke auf Geschehnisse aus Kubriks „Shining“ wurden stimmig und detailgetreu inszeniert. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass Regisseur Mike Flanagan („Spuk in Hill House“) hier vollends auf subtilen Grusel setzt. Also typischen 80er-Oldschool-Horror, der durch Atmosphäre, Sound und Bildgewalt den Grusel in den Körper treibt, anstatt sich stupider Schockeffekte oder blutiger Gewaltexzess zu bedienen.

Einen Pluspunkt erhält „Doctor Sleeps Erwachen“ zudem für diese wirklich originelle Geschichte und den starken Cast: Neben Ewan McGregor als Danny Torrance glänzen auch Rebecca Ferguson als Rose the Hat sowie Jungdarstellerin Kyliegh Curran als Abra in ihrem Kinodebüt. „Doctor Sleeps Erwachen“ weiß zu gefallen und bietet als Grusel-Horror inklusive seinem „Shining“-Look bestes Genrekino. Zum Ende hin gibt es zwar die eine oder andere Spannungsecke, an der man sich stoßen kann, aber in alles in allem, ist das durchaus zu verkraften.

Fazit: „Doctor Sleeps Erwachen“ macht seine Sache als Fortsetzung eines der ikonischsten Horror-Meisterwerke ziemlich gut. Sicher reicht man nicht an den Kult von damals heran, aber das will der Streifen wohl auch nicht. Jedenfalls bekommen Genrefreunde und „Shining“-Fans hier einen tollen, stimmungsvollen Gruseltripp gepaart mit ein wenig Psychodrama. Also rein ins Kino und schaut zu, wie Doctor Sleep erwacht, es lohnt sich!