Des Mannes liebster Regisseur Quentin Tarantino hat mit diesem irren Knallbonbon von Film einen wahnwitzigen Western-Hammer auf die potenziellen Couch-Cowboys losgelassen, der einem 158 Minuten erbarmungslose Action an die Birne ballert. Trotz ernstem Grundthema wird hier mit vielen Klischees und Andeutungen die Herzfrequenz in die Höhe schnellen. Ob das allerdings ausreicht, um zu überzeugen?

Darum geht’s:

Dr. King Schultz (Christoph Waltz), früher Zahnarzt heute Kopfgeldjäger, macht sich auf in den Süden der USA. Dort befreit er den Sklaven Django (Jamie Foxx), der ihm dabei helfen soll, die Gangsterbande Brittle Brothers aufzuspüren. Sobald Django die bösen Buben identifiziert hat, erhält er als Gegenleistung seine Freiheit. Die beiden bilden ein bizarres, aber kongeniales Team schussfreudiger Revolverhelden. Nachdem sie die Bande ausgeschaltet haben, bietet Schultz Django seine Hilfe bei der Suche nach dessen verschleppter Frau Broomhilda an.

Das ist gut:

Tarantino reißt mit diesem Mix aus Italo-Western, brutalem Actionkino, Sklaverei-Drama und Rache-Thriller wirklich alle Mauern ein. Ein Christoph Waltz in bestechender Form, Miami-Vice-Urgestein Don Johnson in der Nebenrolle und ein ganzer Starreigen sind nur die Spitze der Genialität dieses granatenstarken und herrlich überzogen Streifens. Tarantino-typische Brutalität, überragende Dialoge, Unterhaltung und Action - viel mehr geht wirklich nicht.

Das ist schlecht:

Dieser Streifen gehört zu den Filmen, wo man gar nicht gedrungen nach Mängeln suchen muss.

„Django Unchained“: ein Western, der mitten ins Gesicht springt, sich festbeißt und fast jede Frau vom Sofa vertreibt. Für Männer gehört Tarantinos neues Meisterwerk mit seiner brillant inszenierten Story, Bud-Spencer-Outro, und übertrieben viel Blei, Blut und Wahnsinn zu jedem gescheiten Männerabend dazu. Ganz großes Kino für das heimische Shoot-out im Wohnzimmer!

Django Unchained - Sony Pictures - 23. Mai 2013