Endzeit, Apokalypse und Horror sind auf den ersten Blick keine Themen, die den Lachmuskel stimulieren. In „Das ist das Ende“ werden diese düsteren Inhalte auf links gedreht und mit reichlich Klamauk, Ironie und echten Männerfreundschaften zum abgedrehten Weltuntergangsfilm umfunktioniert. Darin verkörpern Schauspieler wie James Franco, Seth Rogen, Jay Baruchel und Jonah Hill sich selbst. Allein diese Tatsache verspricht eine Überdosis an Hollywood-Humor. Ob und wie dieser Komödien-Flash auf den Zuschauer überspringt, haben wir getestet, indem wir uns mitten hinein ins Ende der Welt gestürzt haben.

Darum geht’s:

James Franco schmeißt eine Party, ohne auch nur im Ansatz zu erahnen, dass der Spaß nicht nur nach hinten losgeht, sondern apokalyptische Ausmaße annehmen wird. Neben einigen anderen weltbekannten Stars schlagen obendrein Seth Rogen, Jay Baruchel und Jonah Hill im Wohnzimmer von Franco auf. Allerdings kippt die Stimmung schlagartig, als vor der Tür die Endzeit hereinbricht. Naturkatastrophen und Dämonen verbreiten in Los Angeles das pure Chaos. Die meisten Gäste beschließen daraufhin, zu fliehen. Denn die Hölle tut sich im Vorgarten auf. Übrig bleiben James, Seth, Jay, Jonah und Craig Robinson sowie Danny McBride, die sich im Haus verbarrikadieren. Die Situation entwickelt sich jedoch anders als erhofft, denn schon bald bricht unter dem Sextett die reinste Ego-Apokalypse aus. Der einzige Ausweg: der Gang nach draußen. Eine Zerreißprobe für die Freundschaft und das Leben inmitten der Götterdämmerung.

Das ist gut:

Lange mussten wir auf dieses Regiedebüt von Seth Rogen und Evan Goldberg warten, aber gut Ding will eben Weile haben. „Das ist das Ende“ ist eine Ansammlung von Hollywood-Stars, die sich selbst spielen, und das macht diesen Film so witzig. Schließlich ziehen sie sich selbst dabei mit sehr viel Ironie, Übertreibung und Witz durch den Kakao. Ebenso gelungen jene Szenen, in denen die Apokalypse vor der Tür in den Hintergrund rückt und die persönlichen Beziehungen der Anwesenden in den Fokus treten. Es gibt geniale Gags, zum Schreien absurde Situationskomik, einen verrückten Plot und noch skurrilere Gastauftritte von Channing Tatum, Rihanna, Emma Watson oder den Backstreet Boys. Herrlich!

Das ist schlecht:

Der Streifen beginnt unverbraucht, verleiert sich aber mit der Zeit ein bisschen. So entstehen ein paar kleinere, jedoch verschmerzbare Längen. Zudem hätte etwas weniger apokalyptisches Getöse vor der Türe nicht gestört, da es zeitweise von der Beziehungsthematik der Clique ablenkt. Überdies hätte man sich ein paar Gags schenken können, die wahrscheinlich nur wirkliche Insider verstehen.

Man muss schon ein Faible für absurde Komödien haben, um „Das ist das Ende“ abzufeiern. Wenn dem so ist, wird man sich auf der Party von James Franco wie zu Hause fühlen. Es ist eine typische Buddy-Komödie mit Horrorelementen, die wirklich irrenhausähnliche Züge annehmen, wenn Satan oder ein Exorzismus ins Spiel kommen. Dennoch versuchen die Macher alles in einen sentimentalen Rahmen zu spannen, den der renommierte Cast passend füllt. Die harte Selbstironie der Stars und der Nonsens-Plot bilden schon einen kruden Mix. So steht am Ende ein Film, der reichlich Humor mit dem Vorschlaghammer serviert und das Motiv der wahren Männerfreundschaft erfrischend anders zur Schau stellt.

Foto: © 2013 Sony Pictures Releasing GmbH