„Cry Macho“ – Film-Kritik – Es ist beeindruckend, dass die allseits beliebte Hollywood-Legende Clint Eastwood mit mittlerweile rüstigen 91 Jahren immer noch vor der Kamera steht. Dabei wollte er eigentlich bereits nach dem Filmhit „Gran Torino“ aus dem Jahre 2008 nicht mehr als Schauspieler tätig sein.

Nun, dieses Vorhaben ist ihm nicht gelungen, zog es den Superstar doch bereits in „The Mule“ wieder vor die Kamera. Zur Freude natürlich aller Fans des Charakterdarstellers, denn auch in seinem Spätwestern-Drama „Cry Macho“ beweist Eastwood, dass er es selbst im hohen Alter noch immer draufhat. Er schlüpft dabei in die Rolle des alternden Rodeo-Stars und Pferdezüchters Mike Milo.

Im zweiten Anlauf

Er soll nach Mexiko reisen und den jungen Sohn seines ehemaligen Chefs nach Hause bringen, um ihn vor seiner alkoholkranken Mutter zu schützen. Die Rückkehr nach Texas entpuppt sich für das ungleiche Paar als unerwartete Herausforderung. Darüber hinaus gelingt es dem desillusionierten Pferdefreund jedoch, unterwegs unerwartete Verbindungen zu knüpfen – und seinen eigenen Seelenfrieden zu finden.

Ein Fun Fact zu „Cry Macho“ vorab: Eastwood wurde die Rolle für die Filmadaption des gleichnamigen Buchs bereits 1988 angeboten, er schlug es damals aber aus. Ganze 33 Jahre später und im hohen Alter fühlte er sich dann für die Rolle berufen. Eine gute Wahl: Denn der Hollywood-Legende ist die Rolle wie auf den Leib geschneidert.

Intensives Drama

So spielt er die Figur voller Passion und verleiht ihr eine greifbare Authentizität. Erwarten sollte man aber keinen zweiten „Gran Torino“. Denn „Cry Macho“ ist ein ruhiger, nachdrücklicher Streifen, ein emotionaler Spätwestern, der durch Intensität und die stimmige Story statt durch Action oder berstende Spannung unterhält. Insbesondere die Dialoge sowie die wachsende Verbindung des ungleichen Duos bilden die Fixpunkte des Streifens.

Wer also Lust auf ein starkes Drama hat und ein großer Fan von Eastwoods Schauspielkunst ist, wird mit „Cry Macho“ beste Unterhaltung finden.

Cry Macho (Warner Bros. Entertainment) – VÖ: 13. Jan. 22